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Wohnungssuche, Teil 2 
von Marion

Der heutige Tag war voll und ganz der Wohnungssuche gewidmet. Mehrere Stunden lang haben wir im Internet recherchiert, Anzeigen begutachtet und telefoniert. Das Ergebnis waren drei Wohnungsbesichtigungen am heutigen Samstag sowie zwei weitere am folgenden Montag.

Die erste Wohnung, die wir noch heute besichtigen konnten, war nur ein paar Häuser von unserer Pension entfernt, deshalb sind wir gleich als Pulk (alle Google-Anfänger) hingegangen. Das Haus und die Wohnung waren allerdings absolut grauenhaft. Alles uralt und schmuddelig, Bad und Küche völlig indiskutabel. Man muss schon sehr verzweifelt sein, um so eine Wohnung zu mieten. Ich hoffte sehr, dass wir das nicht nötig haben würden.

Die zweite und dritte Wohnung besichtigten wir alleine. Die zweite war auch nicht weit von der Pension entfernt und sah von den Bildern im Internet her ganz hübsch aus. Allerdings lag sie mit 1275 EUR monatlicher Miete schon deutlich über unserem Limit und sie hatte auch nur ein Schlafzimmer. Als wir dort waren, musste Karsten fest stellen, dass er die gleiche Wohnung schon am Vortag mit Euan besichtigt hatte. Sie war jedoch anhand der Fotos im Internet nicht wiedererkennbar. Karsten hat diese Wohnung als "traurig" beschrieben, und das war sie auch tatsächlich. Sie ist quasi eine Art Schlauch, der sich vom Eingang her ins Innere des Hauses zieht. Nur die Küche, die am Eingang liegt, hat Tageslicht, alle anderen Räume nicht. Die Zimmer waren auch alle ziemlich klein. Nein, das war also auch nichts für uns. Ob diese Wohnung tatsächlich mal für den Preis vermietet werden würde?

Die letzte Wohnung, die wir besichtigt haben (2 Schlafzimmer, 1200 EUR Miete), lag in Clontarf, einem nördlichen, aber doch relativ zentrumsnah gelegenen Stadtteil von Dublin. Bis dorthin sind es von Google aus 5 Stationen mit dem DART. Der Stadtteil ist ein hübsches Wohnviertel mit vielen ruhigen, kleinen Straßen, einem riesigen Park und in der Nähe von Meer und Strand. Das Haus, in dem die Wohnung ist, lag in einer kleinen Anlage, die jedoch ziemlich weit weg von der DART-Station ist (mehr als 20 min zu Fuß). Die Anlage selbst ist hübsch, mit Innenhof, Rasen und Bäumen. Das Haus selbst ist weniger hübsch: Eine Art Plattenbau mit 4 Stockwerken, sehr kleinen Fenstern und von außen etwas schmuddelig. Es wirkte ein bisschen wie eine ehemalige Kaserne. Das Treppenhaus war sehr eng und niedrig, die Wohnung selbst war dann ganz ok und bot relativ viel Platz. Die Küche war spitze, komplett neu und mit viel Stauraum. Allerdings gab es in der Wohnung keinen Esstisch (und auch keinen Platz dafür), sondern nur zwei Barhocker in der Küche. Auch das Bad war nicht unbedingt "modern" zu nennen, ebenso die Elektroverkabelung. Unsere Gefühle bezüglich dieser Wohnung waren schon sehr zwiespältig. Die negativen Seiten überwogen, aber es wäre immerhin besser als nichts. So haben wir uns die Wohnung erst mal reservieren lassen.

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Die Wohnungssuche beginnt 
von Marion

Heute nach dem Frühstück hat uns das Pärchen aus London angesprochen, ob wir nicht vielleicht Interesse hätten, mit ihnen zusammen eine größere Wohnung bzw. ein Haus zu mieten. Sie heißen Euan und Zuzana. Zuzana kommt ursprünglich aus der Slowakei, hat aber die letzten drei Jahre in London gelebt. Euan ist gebürtiger Brite.

Das Problem bei der Wohnungssuche in Dublin ist, dass die Wohnungen einfach nur unglaublich teuer sind und es für jede Wohnung Dutzende von Interessenten gibt. Wir haben uns 1200 EUR monatliche Miete (unvorstellbar, oder?) als absolutes Maximum gesetzt. Dafür bekommt man in Dublin jedoch nur Wohnungen mit einem Schlafzimmer, und die sind nicht mal unbedingt günstig gelegen oder hübsch eingerichtet. Wir wollten jedoch gerne eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern, damit wir auch mal Gäste beherbergen können, denn Hotelzimmer sind in Dublin ebenfalls sehr teuer. Das ist jedoch für diesen Preis nicht zu bekommen (zumindest nicht in einer sinnvollen Lage, mit sinnvoller Ausstattung; außerdem ist der Wohnungsmarkt im Moment sowieso sehr angespannt, da jetzt wieder viele neue Studenten in die Stadt drängen). Daher erschien uns die Möglichkeit, mit einem anderen Paar zusammen eine Wohnung oder ein Haus mit drei Schlafzimmern (eins als gemeinsames Gästezimmer) zu teilen, als recht sinnvoll - zumindest für den Anfang.

Bevor wir mit der Wohnungssuche starteten, haben wir uns zunächst eine irische SIM-Karte für das Handy besorgt. Ohne irische Handynummer ist man bei der Wohnungssuche hier nämlich ziemlich aufgeschmissen, oder aber es wird extrem teuer (bei Verwendung der deutschen Handykarte).

Gemeinsam mit Euan und Zuzana haben wir dann in der Lounge unserer Pension nach Wohnungen oder Häusern mit 3 Schlafzimmern gesucht. Die beste Adresse ist dafür übrigens www.daft.ie. Einige wenige passende Objekte haben wir gefunden. Am besten hat uns ein Haus in Clontarf gefallen, mit drei Schlafzimmern, die jeweils ein eigenes Bad haben. Somit hätten wir wenigstens ein bisschen Privatsphäre und müssten uns nicht das Bad teilen. Eine Besichtigung des Hauses war jedoch erst am Montag vormittag möglich, wenn Euan und Karsten arbeiten würden. Wir haben trotzdem einen Termin vereinbart, da würden Zuzana und ich halt alleine hingehen.

Der irische Wohnungsmarkt ist schon ziemlich kurios - jedenfalls, wenn man den deutschen gewohnt ist. Was man definitiv nie findet, sind irgendwelche Angaben zu Quadratmeterzahlen. Die interessieren hier nicht und die Miete hängt auch nicht davon ab. Neben den üblichen Faktoren wie Lage und Bausubstanz ist die Anzahl der Schlafzimmer und der Bäder ausschlaggebend. Das führt natürlich unweigerlich dazu, dass die Räume alle sehr klein sind, denn man versucht natürlich, möglichst viele Zimmer auf einer bestimmten Fläche unterzubringen. Manchmal findet man in den Wohnungsbeschreibungen das Attribut "spacious" - das lässt dann darauf hoffen, dass sie Räume nicht ganz so winzig sind.

Des Weiteren sind Wohnungen in Irland fast ausschließlich möbliert und es sind auch normalerweise alle Küchengeräte sowie Waschmaschine, Trockner usw. vorhanden. Das wussten wir zum Glück vorher und haben deshalb unsere Möbel in Deutschland gelassen.

Am Nachmittag hatten Euan und Karsten ihr Welcome-Seminar bei Google. Währenddessen haben Zuzana und ich uns unterhalten und E-Mails nach Hause geschickt. Nach dem Seminar haben Euan und Karsten auf dem Rückweg noch drei Wohnungen besichtigt, die aber alle nicht schön (und viel zu teuer) waren. Am Abend hatten wir noch zu viert eine Besichtigung von einem kleinen Haus in Clontarf. Das Haus war sehr hübsch und völlig neu gebaut, lag aber in einer etwas schmuddeligen Seitenstraße. Es hatte allerdings nur zwei Schlafzimmer, war also eigentlich zu klein für 4 Personen.

Bei dieser Besichtigung ist uns klar geworden, dass ein ziemlich großes Problem auf uns zu kommt. Die einzigen Möbel im Haus, in denen man etwas aufbewahren konnte, waren die Kleiderschränke, und die waren nicht gerade reichlich dimensioniert. Ansonsten gab es im ganzen Haus - außer in der Küche - keinerlei Schränke. Und das Schlimmste: Es wäre auch überhaupt kein Platz dafür gewesen. Es war alles so klein und eng, dass man nirgends hätte einen Schrank hinstellen können. Und das würde in anderen Wohnungen vermutlich nicht anders sein. Mit Grausen dachte ich an die 33 Umzugskartons, die irgendwann hier ankommen würden. Wo sollten wir das ganze Zeug nur unterbringen?

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Erste Erkundungen 
von Marion

Heute morgen probierten wir zum ersten Mal das angebotene "Full Irish Breakfast" - nee, das ist nicht unser Geschmack. Es besteht aus einem Spiegelei, einer Tomate, zwei sehr seltsamen Würstchen, gebratenen Champignons, Frühstücksspeck sowie "schwarzem und weißem Pudding". Das ist nicht etwa eine Süßspeise, sondern eine Art Blut- bzw. Leberwurst, die genau wie alle anderen Bestandteile des Frühstücks gebraten und fetttriefend serviert werden. Nach einem derartigen Frühstück ist man erstmal bedient. In den nächsten Tagen haben wir uns dann mit Cornflakes und Toast begnügt.

Den Rest des Tages haben wir mit einer sehr un-touristischen Stadtrundfahrt verbracht: Wir haben den öffentlichen Nahverkehr ausprobiert. Die Busse haben wir jedoch links liegen gelassen, weil wir bisher nur Negatives über das Busnetz gehört hatten. Zum Thema Nahverkehr in Dublin wird es nochmal einen ausführlichen Artikel im Blog geben, das ist nämlich ein recht interessantes Thema ...

Wir sind jedenfalls zunächst noch einmal zu Google gelaufen, um die Zeit abzuschätzen, die man bis dorthin braucht. Danach nahmen wir den DART (Dublin Area Rapid Transport, eine Art S-Bahn) bis zur Conolly Station, einem der beiden Fernverkehrsbahnhöfe Dublins. Dort fährt auch eine der beiden (!) Straßenbahnlinien (Luas) Dublins ab. Diese nahmen wir und fuhren bis zu deren anderer Endhaltestelle in einem Vorort namens Tallaght. Dort stehen viele große Apartmenthäuser und unzählige weitere werden gebaut. Außerdem gibt es ein riesiges Shopping-Center. Allerdings fährt man fast eine Stunde von der Innenstadt bis hier heraus, so dass es zum Pendeln eigentlich - für unseren Geschmack - schon zu weit ist.

Nach einer Mittagspause fuhren wir zurück in die Innenstadt und liefen quer durchs Zentrum zum Startpunkt der anderen Luas-Linie. Leider sind die beiden Straßenbahnlinien nicht einmal miteinander verbunden, so dass man nicht zwischen beiden umsteigen kann. Mit dieser Linie waren wir in nur 20 min im Süden von Dublin in Sandyford. Da es dort nichts weiter zu sehen gab, fuhren wir gleich wieder zurück. Die Anbindung dieser Linie ist dabei allerdings so schlecht, dass die dadurch angefahrenen Gebiete eigentlich auch nicht so recht als Wohngebiet für uns in Frage kamen.

In unserer Pension, in die wir anschließend zurück gingen, gibt es eine Art Wohnzimmer (Lounge) mit Sofas, PC und drahtlosem Internet für Laptops. Dort waren eine ganze Reihe Google-Neulinge versammelt, als wir dort ankamen. Neben Karsten werden am kommenden Montag noch zwei weitere Deutsche, ein Italiener, ein Portugiese, ein Türke, und mehrere Briten in den unterschiedichsten Bereichen anfangen. Die meisten waren solo gekommen, nur einer aus London hatte seine Freundin dabei.

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Wir sind angekommen! 
von Marion

Heute ging um 11:05 Uhr unser Flug von Berlin-Schönefeld nach Dublin.

Die letzte Woche war extrem stressig. Nachdem sich alle unsere Hochzeitsgäste wieder nach Hause verabschiedet hatten, haben wir in dieser Woche unzählige Formalitäten erledigt, sämtliche Möbel verkauft bzw. verschenkt, unser Hab und Gut in Umzugskartons verpackt, die von einer Spedition abgeholt und uns hoffentlich heil nach Dublin geliefert werden, und unsere Wohnung aufgelöst.

Am Dienstag, dem 5.9., sind wir - mit einem Abstecher zum Tropical Islands - nach Berlin gefahren, um am nächsten Morgen rechtzeitig am Flughafen zu sein. Der Flug verlief problemlos, zu essen und zu trinken gab's bei Aer Lingus allerdings nix (zumindest nichts kostenlos, aber dafür haben wir ja auch ziemlich wenig für den Flug bezahlt). Unser Sitznachbar - ein richtiger Ire - bestellte sich übrigens zwei Fläschchen Whiskey und ein kleines Döschen Ginger Ale und trank das Ganze im Laufe des Fluges, ohne dass man ihm etwas anmerkte. Das erste Vorurteil über die trinkfesten Iren war also bestätigt ;-)

Wir hatten übrigens über 10 Kilo Übergepäck, so dass wir da nochmal tüchtig draufzahlen mussten, aber das hatten wir ja vorher gewusst und eingeplant. Wenn man vier bis fünf Wochen aus dem Koffer leben soll, kommt man nun mal nicht mit 20 kg pro Person aus.

In Dublin angekommen haben wir den Aircoach-Bus in die Innenstadt genommen. Die Umzugsfirma, die Google engagiert hatte, hatte uns zwar empfohlen, mit dem Taxi zu fahren, aber vor dem Taxistand stand eine endlose Schlange von Menschen. Außerdem kannte sich Karsten von seinem ersten Besuch in Dublin her ganz gut mit den Aircoach-Bussen aus.

Das Gepäck von der Bushaltestelle zur Pension zu schleppen war ein schweres Stück Arbeit, aber irgendwann war auch das geschafft. Untergebracht waren wir im Bed and Breakfast Pembroke Hall - wie übrigens auch eine ganze Reihe weiterer Google-Anfänger, wie wir am nächsten Tag festgestellt haben. Außerdem gab es dort kostenlos Internet für die Bewohner, was sich in den kommenden Tagen als riesiger Vorteil herausstellen sollte.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit einer ersten Erkundung der Stadt, Preisvergleichen im Supermarkt (teurer als in Deutschland, aber noch erschwinglich, dazu später mehr) und einem Abstecher zum Google-Gebäude. Den Abend verbrachten wir in einem eher auf jugendliches Publikum ausgerichteten Pub, dank dem irischen Rauchverbot war es dort sehr angenehm.

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Der 1. Eintrag ;-) 
von Marion

Da ist es also - unser vielfach versprochenes Blog über unser "Abenteuer Irland". Wir werden hier ab sofort mehr oder weniger regelmäßig berichten, wie es uns hier in Dublin so ergeht.

Wir - das sind Marion und Karsten Petersen aus Chemnitz. Wir haben am 25. August 2006 im Wasserschloss Klaffenbach geheiratet und sind kurz darauf nach Dublin übersiedelt, wo Karsten als "Cluster System Administrator" bei Google arbeiten wird.

Viel Spaß mit unserem Blog! Wir freuen uns jederzeit über Kommentare und persönliche E-Mails.

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