>
Ich glaub, ich werde dick 
von Karsten

Als wir vor meinem Abflug nach Amerika meinen Koffer gewogen haben (indem ich ihn auf der Waage stehend hochhob), war schon auffaellig, dass ich irgendwie zwei oder drei Kilo schwerer war als Ende August, als wir auf die gleiche Weise unsere Umzugskisten gewogen haben. Nungut, das war bestimmt der Pullover und der Schluesselbund in der Tasche ;-)

Inzwischen habe ich aber das Gefuehl, hier gemaestet zu werden. Heute hatte ich zum Beispiel zum Fruehstueck Ruehrei, einen Blaubeerpancake mit ein paar frischen Fruechten und einen halben Bagel mit Bio-Erdbeermarmelade. (Gestern hatte ich noch einen ganzen Bagel - ich halte mich schon zurueck!) Zum Mittag gab es dann mexikanisches Essen: Eingelegtes Rind- und Huehnerfleisch mit Nachos und Reis, dazu sowas wie Ratatouille und etwas Salat. Mitgenommen hab ich mir zwei Erdnussbutter-Schoko-Kekse und ein Stueck Schoko-Pekannuss-Kuchen. Zum Abendessen gab es schliesslich Kartoffeln in Kraeuterkruste mit Schweinefleisch, gekochte Weinblaetter mit roten Zwiebeln und etwas Salat. Anschliessend konnte ich mir noch ein Stueck Kuchen mit Schokostuecken nicht verkneifen ...

Ich sollte mir wohl noch darueber Gedanken machen, ob ich nicht fuer die Zeit hier regelmaessig in den Google-Fitnessclub gehe. Wenn ich da hoere, dass ein Dubliner Kollege waehrend seiner Zeit hier fast 30 Pfund zugelegt hat, dann scheint mir das doch sehr geboten. Die Arbeit hier ist zwar ohne Frage geistig sehr anregend (heute z.B. ein Vortrag von Guido van Rossum, Erfinder meiner Lieblings-Programmiersprache), aber koerperlich ist es noch weniger fordernd als mein letzter Job in Chemnitz.

[ Eintrag ansehen ] ( 31 mal gelesen. )   |  Permanentlink
Der Nahverkehr in Dublin 
von Marion

Von mir gibt es zur Zeit nicht allzu viel Neues. Ich bin tagsüber gut mit der Jobsuche beschäftigt (da tut sich jetzt einiges) und muss ständig erreichbar sein, daher kann ich nicht viel unternehmen.

Deshalb will ich heute mal zum Thema Nahverkehr in Dublin was schreiben. Dublin ist ja nun eine Landeshauptstadt mit mehr als einer halben Million Einwohner (Tendenz ständig steigend) und was gibt es an Nahverkehr? Ein unübersichtliches Busnetz, zwei (!) Straßenbahnlinien und eine Art S-Bahn (DART). Das war's! Es ist kaum vorstellbar.

Wenn man neu nach Dublin kommt, wird einem immer gesagt, man solle sich möglichst nicht auf das Busnetz verlassen. Die Busse haben nur einen "Ungefähr-Fahrplan" und es gibt irgendwie keinen Überblicksplan, welcher Bus denn nun wohin fährt (zumindest habe ich noch keinen gefunden). Bis jetzt sind wir hier in Dublin auch noch nie Bus gefahren. Ich war einmal im zentralen Büro der Busgesellschaft, um einen Netzplan aufzutreiben, aber es gibt keinen! Es gibt einen riesigen Ständer mit Fahrplan-Blättern für die einzelnen Linien, aber wenn man nicht weiß, wo welche Linie langfährt, ist es recht schwierig herauszufinden, welchen Fahrplan man nun braucht. Auf den Fahrplänen stehen zwar die Haltestellen drauf, aber es bedarf sehr viel Geduld und eines guten Stadtplans, um aus den zig Linien nun die herauszufinden, die bei einem in der Nähe vorbeifahren. Da ist es einfacher, direkt an der Bushaltestelle in der Nähe nachzuschauen, welche Linien dort halten. In unserem Fall geht das zum Glück, aber an vielen Bushaltestellen stehen gar keine Linien dran. Da muss man also noch kreativer sein ;-).
Ich habe auch noch nicht herausgefunden, wo die Bushaltestelle "City Centre" ist, von der hier viele Linien abfahren (Das City Centre ist groß!). Ich vermute, es ist der Busbahnhof, bin aber nicht sicher. Vielleicht muss ich einfach mal auf gut Glück hinfahren ;-)

Dann gibt es noch zwei Straßenbahnlinien, die sogenannten "Luas". Diese erschließen die südlichen Stadtteile Dublins und fahren auch alle paar Minuten, sind aber trotzdem meistens überfüllt. Im Norden von Dublin fahren keine Straßenbahnen. Zwischen den beiden Linien umsteigen kann man übrigens auch nicht.

Wir benutzen im Moment fast ausschließlich den DART. Die Google-Gebäude sind direkt an einer DART-Station und wir haben unsere Wohnung auch danach ausgesucht, dass sie möglichst gut vom DART aus erreichbar ist. Leider fährt der DART nicht so oft, wie es eigentlich nötig wäre. Die Abstände sind ziemlich unregelmäßig, in der Woche fährt er so ungefähr alle 15 Minuten, am Wochenende muss man dann auch schon mal ne halbe Stunde warten. In der Rush Hour morgens und abends sind die Züge auch hoffnungslos überfüllt.
Was noch dazu kommt: DART heißt ja eigentlich Dublin Area Rapid Transport. Aber von "Rapid" kann man nicht wirklich reden. Die Züge zuckeln gemütlich vor sich hin, bleiben an Haltestellen und auf Brücken auch gern mal ein paar Minuten stehen - Fahrplan hin oder her -, um auf irgendwas zu warten. Ich habe es auch schon mehrfach erlebt, dass ein Zug einfach nicht weiterfuhr, weil er kaputt war.

Für die Zukunft gibt es hier in Dublin hochfliegende Pläne: Die Luas-Linien sollen erweitert werden, es sollen neue Linien hinzukommen und auch eine U-Bahn ist geplant. Wir sind gespannt, ob wir davon noch etwas erleben, so lange wir hier sind ;-). Notwendig ist es auf jeden Fall.

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Hilfe, mein Auto ist zu gross! 
von Karsten

Gestern habe ich mein Auto getauscht und das kam so: Am Samstag Nachmittag waren am Flughafen beim Vermieter keine Wagen der kleinen und mittleren Klassen mehr verfuegbar, daher bekam ich ein groesseres Auto. Nunja - viel groesser, eher sowas wie einen kleinen LKW, ein Ford Escape. (Siehe Bild. Das Auto war so hoch, dass ich nicht aufs Dach schauen konnte. Die Hinterraeder gingen mir bis deutlich uebers Knie.) Mit allem technischen Schnickschnack, Vierradantrieb und ueppiger Motorisierung - und katastrophal schlechtem Fahrverhalten. Nicht nur war die Karre unglaublich durchzugsschwach (Motor heult, sonst passiert nichts), beim Lenken hatte man auch noch das Gefuehl, ein Schiff zu steuern, und wenn man auf dem Highway mal beschleunigt hat, haben sich Tankanzeige und Tacho aehnlich schnell nach rechts bewegt. Nicht zu vergessen, dass das Einparken selbst auf den grosszuegig gestalteten US-amerikanischen Parkplaetzen nicht immer einfach war. :-(

Also bin ich nach mehreren Telefongespraechen gestern Abend noch einmal hin und habe nun ein kleineres Auto: Einen Chevy Aveo, so ungefaehr Golf- oder Astraklasse, fast keine Elektronik, dafuer sehr agil im Fahrverhalten und erheblich sparsamer im Verbrauch. Bei der Vermietung haben sie mich aber doch irgendwie mitleidig angesehen, dass ich deren tolles grosses SUV nicht haben wollte. Parken konnte ich das Auto dann auch gleich in der Tiefgarage des Apartmentblockes, in den ich gestern noch umgezogen bin. Einige der Apartments hier werden von Google-Mitarbeitern bewohnt, die zeitweilig zu Besuch sind. Es ist nicht weit in die "Innenstadt" von Mountain View (eine Strasse mit breiteren Buergersteigen), zu Google faehrt man auch nur 10 Minuten.

Mittlerweile habe ich auch die ersten zwei Arbeitstage auf dem Campus hinter mir, habe den hier arbeitenden Teil meines Teams kennen gelernt und einen Teil der Gebaeude erkundet. Die vier Hauptgebaeude stehen auf einer sehr grossen Tiefgarage und sind oberirdisch noch ein bis drei Etagen hoch. Die einzelnen Flaechen sind dann stark unterteilt, oft Konferenzraeume oder kleine Kuechen dazwischengeworfen, dann durch Trennwaende in so eine Art 4-Personen-Cubicles eingeteilt. Und zusaetzlich zu den schon aus Dublin bekannten Annehmlichkeiten gibt es hier u.a. auch noch ein Fitnessstudio, zwei kleine Swimmingpools, ein Beach-Volleyballfeld, eine Arztpraxis, ein Massagestudio, kleine Bibliotheken, Ruheraeume, einen Waschsalon und vieles mehr. Ein Bettenhaus fehlt, sonst gibt es keinen Grund mehr, das Gelaende zu verlassen ;-).

Irre sind hier noch die Cafeterien: Es gibt neun oder zehn verschiedene, alle mit unterschiedlicher Ausrichtung und z.T. auch mit Fruehstueck und Abendessen. Von "Essen wie bei Muttern" ueber "American Table" bis zu Sushi und einer Saftbar reicht die Auswahl. Qualitativ entspricht alles etwa dem Essen in Dublin, ist nur noch deutlich abwechslungsreicher. Nur die Fruchtsaefte sind hier etwas merkwuerdig (oft eher limonadig) und die Cola aus dem Automaten schmeckt wie das Leitungswasser nach Chlor :-(. Dafuer gibt es alleine in der naechstgelegenen Mini-Kueche schon fuenf Milchsorten, eine ("Vitamin D Milk") schmeckt sogar ganz gut, die anderen tendieren eher Richtung H-Milch und die fettfreie Milch ist - aehm - merkwuerdig, sehr merkwuerdig.

Ueberhaupt gibt es ein paar faszinierende Kontakte zwischen US-amerikanischem Essverhalten und den deutlich vorhandenen Oeko- und Gesundheitsgedanken bei Google. So gibt es zwar neben richtigem Besteck auch das bei den Einheimischen beliebte Plastikbesteck, dieses ist jedoch aus kompostierbarem Oeko-Kunststoff. Und vor jedem Restaurant stehen nett aufbereitete Musterteller, jedoch nicht mit allem, was es gibt (das waere zu viel und es gibt auch keine Stammessen, alles ist als Buffett aufgebaut), sondern mit Empfehlungen einer Ernaehrungsberaterin fuer ein gesundes Menue. Das setzt sich in den Mini-Kuechen fort, wo an allen Behaeltern mit Essbarem irgendwo die Naehrwertangaben angeklebt sind. Hm, es gibt hier auch viel weniger Schokoriegel als in Dublin.

Mein erster Mietwagen - ein halber LKW.

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Wanderung durch Dublin 
von Marion

Heute war hier strahlender Sonnenschein und keine Regenwolke in Sicht, da hatte ich keine Lust, den ganzen Tag zu Hause rumzusitzen und bin in den Botanischen Garten gegangen. Leider hatte ich die Wegstrecke doch etwas unterschätzt, ich war geschlagene 75 Minuten zu Fuß unterwegs, bis ich endlich dort angekommen war.

Im Garten selbst war es dann sehr schön. Die Anlage ist abwechslungsreich gestaltet, es gibt ein großes Palmen- und Orchideenhaus, einen schönen, kleinen Rosengarten, thematische Anlagen und ein großen Park-ähnlichen Teil mit vielen interessanten Bäumen. Dort wimmelte es von Eichhörnchen, die überhaupt nicht scheu waren. Eins ist mir direkt vor den Füßen hin- und hergelaufen, als ich mal ein wenig stehengeblieben bin, um es zu beobachten.

Der Rückweg war dann nochmal eben so lang und ich war ganz gut geschafft, als ich wieder zu Hause angelangt war. Im Briefkasten lag dann unter anderem ein Brief von meinen Freunden aus dem Studio W.M., darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich möchte mich daher auf diesem Weg bei allen ganz, ganz herzlich bedanken. Ich vermisse euch auch sehr!

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Welcome to San Francisco Airport 
von Karsten

Wow - was fuer ein Tag. Nach nicht viel mehr als drei Stunden Schlaf ging's gestern in Dublin zum Flughafen, Einchecken kurz vor fuenf am Morgen, Abflug in einer nur spaerlich besetzten Maschine kurz nach sieben. (Abflug-Stau auf dem Rollfeld.) Kaum 90 Minuten spaeter: London-Heathrow. Mein Koffer ist zwar direkt durchgecheckt worden, ich muss aber wie alle anderen Fluggaeste aus dem Sicherheitsbereich raus, zu Fuss ungefaehr 100 Kilometer (grobe Schaetzung ;-) ) quer durch diverse Hallen und Terminals und dann wieder in den Sicherheitsbereich rein. Unglaublich, was fuer eine Schlange dort stand, weit ueber die bautechnisch dafuer vorgesehenen Bereiche hinaus - dementsprechend reichlich war auch die Wartezeit von etwa einer Stunde.

Abflug in einer vollbesetzten 747 von Virgin Atlantic kurz nach 11:00 Uhr, und ich muss sagen, so eine Versorgung waehrend des Fluges hab ich noch nicht erlebt. Auf jedem Platz liegt ein Kissen und eine Wolldecke, ein paar Socken, Zahnbuerste, Ohrstoepsel und Schlafbrille. Es gab immer reichlich zu trinken (selbst harte Alkoholika waren beim ersten Rundgang kostenlos, wie der Ire neben mir erfreut feststellte ...), zum warmen Mittagessen wurde neben Kaffee oder Tee und Saft auch eine richtige Plasteflasche voll Wasser verteilt. Essen gab's waehrend des rund elfstuendigen Fluges etwa vier oder fuenf Mal etwas, neben warmem Mittagessen (Huhn mit Pasta oder Rind mit Risotto) noch Snacks, Baguette, warmes Ciabatta (mit Truthahn oder Kaese gefuellt) und Obst.

Der eigentlich Hit ist aber das Unterhaltungsprogramm: Jeder Passagier hat einen eigenen Monitor und eine Art Fernsteuerung, die gleichzeitig ein Telefon ist. Auf den Monitor kann man sich dann Filme nach Wahl zaubern (so etwa 40 Kinofilme und ueber 100 Folgen diverser Serien waren vorhanden), verschiedene Informationsseiten zu Flug (siehe Foto), Reiseziel und Fluggesellschaft ansehen, Musik hoeren (einige Radioprogramme und etwa 50 CDs) oder Computerspiele (Sudoku, Tetris, Wer wird Millionaer usw.) spielen - einige sind sogar fuer mehrere Spieler. Wenn man gut bei Kasse ist, kann man auch seine Kreditkarte durch die Fernbediehnung ziehen und telefonieren, SMS und EMails schreiben. Ich hab mir dann "X-Men 3" angesehen, in "Durch die Hecke", "MI-3" und "Tristan und Isolde" ein bisschen reingeschaut, sonst aber viel Musik gehoert und einfach nichts gemacht oder mit den US-Formularen gekaempft.

14:10 Uhr Ortszeit, San Francisco Airport, die Sonne brennt, das Haar haelt. Nach Eroberung meines Koffers (Wer kommt bloss auf die Idee, das Gepaeck zweier 747 auf ein Gepaeckband zu werfen?) geht's problemlos durch Zoll und Einwanderungsbehoerde, dann mit einer automatischen Bahn zum etwa zwei Kilometer entfernten Mietwagenzentrum. Da die Bahn auf dem Dach der Terminals faehrt, bietet sich ein toller Ausblick auf den Flughafen und den suedlichen Teil der Bucht von San Francisco. Das Mietwagenzentrum ist ein sehr grosses Parkhaus mit Abfertigungshalle auf dem Dach. Leider hat die Firma, bei der fuer mich ein Mietwagen bestellt war, gerade ein erhebliches Problem damit, ausreichend Fahrzeuge heranzuschaffen. So warte ich gut eine Stunde und bekomme ein zu grosses Auto, dazu spaeter in einem anderen Blog-Eintrag mehr.

Dann den Highway 101 von San Francisco aus in Richtung San Jose, drei bis fuenf Spuren in beide Richtungen, manchmal noch mit einer Extraspur fuer Busse und Fahrgemeinschaften. Vorbei an Palo Alto und Menlo Park, ich sehe kaum LKWs auf den rund 50 Kilometern. Mein Hotel fuer die ersten zwei Naechte erreiche ich nach rund einer Stunde, es sieht ganz OK aus, am Empfang ist man sehr freundlich und das Zimmer ist eher eine kleine Wohnung mit vollausgestatteter Kueche, es gibt Wasch- und Einkaufsservice - und kostenloses Internet auf den Zimmern, Hurra! Das Hotel (auf der Karte) liegt am "El Camino Real", einer sechsspurigen Strasse, die die Orte hier im Silicon Valley miteinander verbindet und mit Geschaeften und Restaurants zugebaut ist. Ich laufe noch zu einer Bank, auf den zwei Kilometern sind fast keine Fussgaenger, aber viele Autos unterwegs. Der Bankautomat akzeptiert sogar Maestro-Karten ("EC-Karten"), selbst der anschliessend besuchte kleine Burger-Braeter wirbt auf seiner Kreditkartenliste mit dem Maestro-Symbol. Nett.

Um 20:00 Uhr fallen mir die Augen zu, nach Dubliner Zeit 4:00 Uhr frueh. Mehr als 24 Stunden nach dem Aufstehen, acht Zeitzonen westlicher, zwoelf Flugstunden und mehr als 8000 Kilometer vor Dublin entfernt. Verrueckt.

Mein Bildschirm und meine Fernbedienung an Bord der 747 von Virgin Atlantic

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink

Zurück Weiter
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |