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Natur und Kunst 
von Marion

Dieses Wochenende hatte ich ein ausgewogenes Kontrastprogramm ;-).

Gestern, am Samstag, bin ich nach Norden auf die Halbinsel Howth gefahren und habe dort eine Küstenwanderung gemacht. Das Wetter war traumhaft schön und die Ausblicke von dem schmalen Pfad über den Klippen sind zum Teil wirklich atemberaubend. Nur die Wegbeschilderung könnte etwas besser sein: Es gibt zwar an den markanten Punkten der Halbinsel Tafeln, auf denen farblich codierte Wanderwege eingezeichnet sind, aber auf den Wegen findet man diese farbigen Markierungen nicht. Da muss man sich dann teilweise auf den Orientierungssinn verlassen. Auch ärgerlich: Die Karten und Straßenatlanten, die man im Laden kaufen kann, sind manchmal fehlerbehaftet. Ich habe schon ein paar Mal festgestellt, dass Straßen bzw. Wege falsch eingezeichnet waren oder aber sogar Straßen auf der Karte verzeichnet waren, die gar nicht existierten.

Heute war ich in der Dubliner Nationalgalerie. Der Eintritt ist wie in fast allen Museen hier kostenlos und es gibt sogar einen kostenlosen Audioguide, der die wichtigsten Bilder beschreibt. Mit der Eremitage oder dem Louvre ist die Galerie nicht zu vergleichen, doch es gibt ein paar sehr interessante Bilder zu sehen, u.a. einen Caravaggio, einen Vermeer, einen Monet, ein paar Bilder von Rubens u.v.m.

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Ein Tag in San Francisco 
Gestern sind Vlad und ich nun nach San Francisco (SF) gefahren und haben uns die Stadt angesehen. Vlad kommt aus Rumaenien und arbeitet normalerweise auch in Dublin fuer Google, er ist genau wie ich zum Training in Mountain View. Statt mit dem Auto nach SF zu fahren, haben wir den Caltrain genommen, eine Eisenbahnlinie von San Jose bis nach SF. Hin- und Rueckfahrt haben zusammen pro Person etwa 10$ gekostet, dafuer ist man ohne Parkplatzsorgen direkt in Downtown SF.

Vom Eisenbahndepot aus sind wir dann kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, ueber alles mehr als 20 Kilometer in etwa sechs Stunden. Neben Chinatown (selbst die Geldautomaten sprechen dort chinesisch) und dem Touristengebiet "Fisherman's Wharf" haben wir auch die Cable Cars und in der Ferne Alcatraz und die Golden Gate Bridge gesehen. Die Strassen sind zum Teil wirklich irre steil und mit Treppen auf den Buergersteigen, von oben bietet sich dann aber ein toller Blick ueber die Stadt. Auch mit dem Wetter hatten wir Glueck, es war nicht zu kalt (auch hier wird es Herbst!) und wir hatten weitgehend Sonne. Nur die Golden Gate Bridge lag wie wohl fast immer in einer Mischung aus Dunst und Wolken.

So richtig das erste Mal hab ich hier "Haeuserschluchten" gesehen, von Chinatown aus in den Finanzbezirk hinunter. Breite vier- bis sechsspurige Strassen verschwinden einfach zwischen Wolkenkratzern. Durch den Niveauunterschied (Chinatown lieg vergleichsweise hoch und hat eher niedrige Haeuser) und die schnurgeraden Strassen entsteht ein fast surrealer Effekt. Touristen waren auch durchaus eine ganze Reihe in der Stadt, besonders an den "speziellen" Orten: Chinatown, Lombard-Street (die mit den vielen Kurven), Fisherman's Wharf und natuerlich bei den Cable Cars - an den Endhaltestellen standen lange Schlangen. Nicht jeder Wagen, der wie ein Cable Car aussieht, ist aber eines, es fahren eine ganze Reihe aehnlich aussehender Busse fuer Stadtrundfahrten usw. herum. Witzigerweise war in einer der Veranstaltungshallen am Hafen auch noch "Oktoberfest" mit einer wirklich unglaublich langen Schlange vor dem Eingang (so 200-300 Meter mindestens). Viele Amerikaner hatten eigene Masskruege dabei, einige kamen in Dirndl, Lederhose oder mit Filzhut ...

Ein zweistuendiger Marsch entlang der Docks brachte uns schliesslich zum Bahnhof zurueck, da taten die Knie nach dem Tag dann durchaus weh ;-)

Ein Cable Car, im Hintergrund die ehemalige Gefaengnisinsel Alcatraz Strassenschlucht in San Francisco Unsere Marschroute Lombard Street - die wohl kurvenreichste Strasse der Welt

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Ich glaub, ich werde dick 
von Karsten

Als wir vor meinem Abflug nach Amerika meinen Koffer gewogen haben (indem ich ihn auf der Waage stehend hochhob), war schon auffaellig, dass ich irgendwie zwei oder drei Kilo schwerer war als Ende August, als wir auf die gleiche Weise unsere Umzugskisten gewogen haben. Nungut, das war bestimmt der Pullover und der Schluesselbund in der Tasche ;-)

Inzwischen habe ich aber das Gefuehl, hier gemaestet zu werden. Heute hatte ich zum Beispiel zum Fruehstueck Ruehrei, einen Blaubeerpancake mit ein paar frischen Fruechten und einen halben Bagel mit Bio-Erdbeermarmelade. (Gestern hatte ich noch einen ganzen Bagel - ich halte mich schon zurueck!) Zum Mittag gab es dann mexikanisches Essen: Eingelegtes Rind- und Huehnerfleisch mit Nachos und Reis, dazu sowas wie Ratatouille und etwas Salat. Mitgenommen hab ich mir zwei Erdnussbutter-Schoko-Kekse und ein Stueck Schoko-Pekannuss-Kuchen. Zum Abendessen gab es schliesslich Kartoffeln in Kraeuterkruste mit Schweinefleisch, gekochte Weinblaetter mit roten Zwiebeln und etwas Salat. Anschliessend konnte ich mir noch ein Stueck Kuchen mit Schokostuecken nicht verkneifen ...

Ich sollte mir wohl noch darueber Gedanken machen, ob ich nicht fuer die Zeit hier regelmaessig in den Google-Fitnessclub gehe. Wenn ich da hoere, dass ein Dubliner Kollege waehrend seiner Zeit hier fast 30 Pfund zugelegt hat, dann scheint mir das doch sehr geboten. Die Arbeit hier ist zwar ohne Frage geistig sehr anregend (heute z.B. ein Vortrag von Guido van Rossum, Erfinder meiner Lieblings-Programmiersprache), aber koerperlich ist es noch weniger fordernd als mein letzter Job in Chemnitz.

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Der Nahverkehr in Dublin 
von Marion

Von mir gibt es zur Zeit nicht allzu viel Neues. Ich bin tagsüber gut mit der Jobsuche beschäftigt (da tut sich jetzt einiges) und muss ständig erreichbar sein, daher kann ich nicht viel unternehmen.

Deshalb will ich heute mal zum Thema Nahverkehr in Dublin was schreiben. Dublin ist ja nun eine Landeshauptstadt mit mehr als einer halben Million Einwohner (Tendenz ständig steigend) und was gibt es an Nahverkehr? Ein unübersichtliches Busnetz, zwei (!) Straßenbahnlinien und eine Art S-Bahn (DART). Das war's! Es ist kaum vorstellbar.

Wenn man neu nach Dublin kommt, wird einem immer gesagt, man solle sich möglichst nicht auf das Busnetz verlassen. Die Busse haben nur einen "Ungefähr-Fahrplan" und es gibt irgendwie keinen Überblicksplan, welcher Bus denn nun wohin fährt (zumindest habe ich noch keinen gefunden). Bis jetzt sind wir hier in Dublin auch noch nie Bus gefahren. Ich war einmal im zentralen Büro der Busgesellschaft, um einen Netzplan aufzutreiben, aber es gibt keinen! Es gibt einen riesigen Ständer mit Fahrplan-Blättern für die einzelnen Linien, aber wenn man nicht weiß, wo welche Linie langfährt, ist es recht schwierig herauszufinden, welchen Fahrplan man nun braucht. Auf den Fahrplänen stehen zwar die Haltestellen drauf, aber es bedarf sehr viel Geduld und eines guten Stadtplans, um aus den zig Linien nun die herauszufinden, die bei einem in der Nähe vorbeifahren. Da ist es einfacher, direkt an der Bushaltestelle in der Nähe nachzuschauen, welche Linien dort halten. In unserem Fall geht das zum Glück, aber an vielen Bushaltestellen stehen gar keine Linien dran. Da muss man also noch kreativer sein ;-).
Ich habe auch noch nicht herausgefunden, wo die Bushaltestelle "City Centre" ist, von der hier viele Linien abfahren (Das City Centre ist groß!). Ich vermute, es ist der Busbahnhof, bin aber nicht sicher. Vielleicht muss ich einfach mal auf gut Glück hinfahren ;-)

Dann gibt es noch zwei Straßenbahnlinien, die sogenannten "Luas". Diese erschließen die südlichen Stadtteile Dublins und fahren auch alle paar Minuten, sind aber trotzdem meistens überfüllt. Im Norden von Dublin fahren keine Straßenbahnen. Zwischen den beiden Linien umsteigen kann man übrigens auch nicht.

Wir benutzen im Moment fast ausschließlich den DART. Die Google-Gebäude sind direkt an einer DART-Station und wir haben unsere Wohnung auch danach ausgesucht, dass sie möglichst gut vom DART aus erreichbar ist. Leider fährt der DART nicht so oft, wie es eigentlich nötig wäre. Die Abstände sind ziemlich unregelmäßig, in der Woche fährt er so ungefähr alle 15 Minuten, am Wochenende muss man dann auch schon mal ne halbe Stunde warten. In der Rush Hour morgens und abends sind die Züge auch hoffnungslos überfüllt.
Was noch dazu kommt: DART heißt ja eigentlich Dublin Area Rapid Transport. Aber von "Rapid" kann man nicht wirklich reden. Die Züge zuckeln gemütlich vor sich hin, bleiben an Haltestellen und auf Brücken auch gern mal ein paar Minuten stehen - Fahrplan hin oder her -, um auf irgendwas zu warten. Ich habe es auch schon mehrfach erlebt, dass ein Zug einfach nicht weiterfuhr, weil er kaputt war.

Für die Zukunft gibt es hier in Dublin hochfliegende Pläne: Die Luas-Linien sollen erweitert werden, es sollen neue Linien hinzukommen und auch eine U-Bahn ist geplant. Wir sind gespannt, ob wir davon noch etwas erleben, so lange wir hier sind ;-). Notwendig ist es auf jeden Fall.

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Hilfe, mein Auto ist zu gross! 
von Karsten

Gestern habe ich mein Auto getauscht und das kam so: Am Samstag Nachmittag waren am Flughafen beim Vermieter keine Wagen der kleinen und mittleren Klassen mehr verfuegbar, daher bekam ich ein groesseres Auto. Nunja - viel groesser, eher sowas wie einen kleinen LKW, ein Ford Escape. (Siehe Bild. Das Auto war so hoch, dass ich nicht aufs Dach schauen konnte. Die Hinterraeder gingen mir bis deutlich uebers Knie.) Mit allem technischen Schnickschnack, Vierradantrieb und ueppiger Motorisierung - und katastrophal schlechtem Fahrverhalten. Nicht nur war die Karre unglaublich durchzugsschwach (Motor heult, sonst passiert nichts), beim Lenken hatte man auch noch das Gefuehl, ein Schiff zu steuern, und wenn man auf dem Highway mal beschleunigt hat, haben sich Tankanzeige und Tacho aehnlich schnell nach rechts bewegt. Nicht zu vergessen, dass das Einparken selbst auf den grosszuegig gestalteten US-amerikanischen Parkplaetzen nicht immer einfach war. :-(

Also bin ich nach mehreren Telefongespraechen gestern Abend noch einmal hin und habe nun ein kleineres Auto: Einen Chevy Aveo, so ungefaehr Golf- oder Astraklasse, fast keine Elektronik, dafuer sehr agil im Fahrverhalten und erheblich sparsamer im Verbrauch. Bei der Vermietung haben sie mich aber doch irgendwie mitleidig angesehen, dass ich deren tolles grosses SUV nicht haben wollte. Parken konnte ich das Auto dann auch gleich in der Tiefgarage des Apartmentblockes, in den ich gestern noch umgezogen bin. Einige der Apartments hier werden von Google-Mitarbeitern bewohnt, die zeitweilig zu Besuch sind. Es ist nicht weit in die "Innenstadt" von Mountain View (eine Strasse mit breiteren Buergersteigen), zu Google faehrt man auch nur 10 Minuten.

Mittlerweile habe ich auch die ersten zwei Arbeitstage auf dem Campus hinter mir, habe den hier arbeitenden Teil meines Teams kennen gelernt und einen Teil der Gebaeude erkundet. Die vier Hauptgebaeude stehen auf einer sehr grossen Tiefgarage und sind oberirdisch noch ein bis drei Etagen hoch. Die einzelnen Flaechen sind dann stark unterteilt, oft Konferenzraeume oder kleine Kuechen dazwischengeworfen, dann durch Trennwaende in so eine Art 4-Personen-Cubicles eingeteilt. Und zusaetzlich zu den schon aus Dublin bekannten Annehmlichkeiten gibt es hier u.a. auch noch ein Fitnessstudio, zwei kleine Swimmingpools, ein Beach-Volleyballfeld, eine Arztpraxis, ein Massagestudio, kleine Bibliotheken, Ruheraeume, einen Waschsalon und vieles mehr. Ein Bettenhaus fehlt, sonst gibt es keinen Grund mehr, das Gelaende zu verlassen ;-).

Irre sind hier noch die Cafeterien: Es gibt neun oder zehn verschiedene, alle mit unterschiedlicher Ausrichtung und z.T. auch mit Fruehstueck und Abendessen. Von "Essen wie bei Muttern" ueber "American Table" bis zu Sushi und einer Saftbar reicht die Auswahl. Qualitativ entspricht alles etwa dem Essen in Dublin, ist nur noch deutlich abwechslungsreicher. Nur die Fruchtsaefte sind hier etwas merkwuerdig (oft eher limonadig) und die Cola aus dem Automaten schmeckt wie das Leitungswasser nach Chlor :-(. Dafuer gibt es alleine in der naechstgelegenen Mini-Kueche schon fuenf Milchsorten, eine ("Vitamin D Milk") schmeckt sogar ganz gut, die anderen tendieren eher Richtung H-Milch und die fettfreie Milch ist - aehm - merkwuerdig, sehr merkwuerdig.

Ueberhaupt gibt es ein paar faszinierende Kontakte zwischen US-amerikanischem Essverhalten und den deutlich vorhandenen Oeko- und Gesundheitsgedanken bei Google. So gibt es zwar neben richtigem Besteck auch das bei den Einheimischen beliebte Plastikbesteck, dieses ist jedoch aus kompostierbarem Oeko-Kunststoff. Und vor jedem Restaurant stehen nett aufbereitete Musterteller, jedoch nicht mit allem, was es gibt (das waere zu viel und es gibt auch keine Stammessen, alles ist als Buffett aufgebaut), sondern mit Empfehlungen einer Ernaehrungsberaterin fuer ein gesundes Menue. Das setzt sich in den Mini-Kuechen fort, wo an allen Behaeltern mit Essbarem irgendwo die Naehrwertangaben angeklebt sind. Hm, es gibt hier auch viel weniger Schokoriegel als in Dublin.

Mein erster Mietwagen - ein halber LKW.

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