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Osterausflug an die Westküste 
von Marion

Nachdem wir nun schon einige Ausflüge in die Umgebung von Dublin gemacht haben, wollen wir unseren Erkundungsradius mal etwas weiter ausdehnen. Ohne Auto ist das allerdings gar nicht so einfach und Mietautos sind hier sehr teuer. Wenn man an einem Tag möglichst viel sehen möchte, bieten sich daher organisierte Ausflüge an, bei denen man früh morgens mit dem Zug in einen anderen Landesteil fährt, dann dort eine geführte Tour unternimmt und abends mit dem Zug wieder zurück fährt. So eine Tour an die Westküste haben wir am Ostersamstag unternommen.

Ein Taxi holte uns um sechs Uhr morgens ab (der DART fährt um diese Zeit noch nicht ...) und brachte uns zum Bahnhof Heuston Station, wo die Züge Richtung Westküste starten. Die Tour hatten wir vorher per Internet gebucht und sollten nun um 06:40 im Bahnhof einchecken. Um 7 Uhr ging der Zug (ein sehr moderner Intercity) Richtung Cork. Unterwegs mussten wir einmal umsteigen und fuhren mit einem Regionalzug weiter nach Limerick.

Die Gruppe, die den gleichen Ausflug wie wir gebucht hatte, war recht groß und wurde in Limerick auf zwei große Reisebusse verteilt. Leider haben wir dabei einen schon etwas tattrigen und schwerhörigen Reiseleiter erwischt, der das Vergnügen etwas trübte. Er ließ trotz Protests die Lautsprecher im Bus so laut stellen, dass auch er sie hören konnte, was bei mir bald zu Kopfschmerzen führte. Zum Glück hat er während der Tour nicht so viel geredet ...

Als erstes besichtigten wir an diesem Tag Bunratty Castle, was etwas außerhalb von Limerick liegt. Die massive, trutzige Burg wurde um 1425 erbaut und ist innen sehr verwinkelt, mit zahlreichen kleinen Räumen und extrem engen Wendeltreppen. Im Außengelände befindet sich der sogenannte Bunratty Folk Park - ein Freilichtmuseum mit mehr als dreißig irischen Cottages und Stadthäuschen aus der Zeit von vor mehr als 100 Jahren, die zum größten Teil an ihren Original-Standorten abgebaut und im Folk Park Stein für Stein wieder aufgebaut wurden. Das Freilichtmuseum ist wunderschön angelegt und mit einer immensen Liebe zum Detail ausgestattet. Leider hatten wir nicht gerade viel Zeit, doch normalerweise kann man dort bestimmt zumindest einen halben Tag verbringen. Trotz des hohen Eintrittspreises (z.Z. 14 EUR für einen Erwachsenen für Castle und Folk Park) lohnt sich ein Besuch unserer Meinung nach sehr.

Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Küste zu den Cliffs of Moher. Bevor wir die Klippen erreichten, machten wir eine Mittagspause in Doolin. Der Pub, an dem wir "abgesetzt wurden" und wo wir auch brav unser Lunch eingenommen haben, war "O'Connor's Pub", der laut unserem Reiseführer "weltbekannt" ist. Es war jedenfalls recht nett dort und auch nicht zu teuer. Danach ging es endlich zu den Cliffs. Der Anblick der schroffen Felsen, die auf einer Länge von etwa 8 km mehr als 200 m senkrecht aus dem Meer aufragen, ist schon wirklich atemberaubend. Theoretisch ist es nicht mehr möglich, direkt bis an die Kante zu gehen oder am Abgrund entlang zu laufen, aber so richtig ernst genommen werden die Hindernisse nicht (siehe Foto unten).

Nach den Cliffs of Moher fuhren wir noch durch die Mondlandschaft "The Burren" - eine riesige, karge Fläche fast ausschließlich aus Kalkstein, nur hier und da durch ein paar Halme Gras oder eine zaghafte Blume durchbrochen. Der Kontrast zum sonst immer herrlich grünen Irland könnte kaum größer sein.

Weiter ging es mit dem Bus nach Galway, für dessen Besichtigung wir leider keine Zeit mehr hatten. Vom Bahnhof in Galway brachte uns ein (ziemlich alter) Zug zurück nach Dublin - d.h. nicht ganz, das letzte Stück war Schienenersatzverkehr, was zusätzlich zu einer längeren Wartezeit im Zug auf freier Strecke wegen einer Signalstörung dazu führte, dass wir erst gegen 23 Uhr wieder zu Hause waren. Wir hatten also einen sehr langen, anstrengenden, aber auch sehr erlebnisreichen Tag.

Bunratty Castle Bunratty Folk Park: Farmhaus aus dem Burren Bunratty Folk Parl: Kombiniertes Bauernhaus und Kuhstall aus dem County Mayo Die Cliffs of Moher - manch einer steht ganz schön nah am Abgrund Ohne Worte Cliffs of Moher The Burren The Burren

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