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Connemara 
von Marion

Meine Eltern haben sich dieses Jahr entschlossen, ihren Jahresurlaub mit einem Besuch bei uns zu verbinden und haben daher etwa 3 Wochen in Irland bereist. In eines der Ferienhäuser, die sie dabei gemietet hatten, sind wir für ein paar Tage mitgefahren - nach Clifden in Connemara an der Westküste.

Dort haben wir zum ersten Mal das "typische Irland" kennengelernt - enge Straßen, wenig Verkehr, ganz viel Grün und Schafe über Schafe, die sich auf Weiden und Straßen tummeln. Im Vergleich zu Dublin ist das fast eine andere Welt.

An einem Tag haben wir uns Kylemore Abbey angeschaut, ein Kloster in einem schlossähnlichen Herrenhaus, das wunderschön an einem See liegt. An das Kloster angeschlossen ist ein internationales Internat für Mädchen. Außerdem kann man eine traumhaft schöne Gartenanlage besichtigen.

Ein anderer Ausflug führte uns in den Connemara Nationalpark, wo wir auf einem anspruchsvollen, aber gut angelegten Wandersteig (kein Vergleich zum Great Sugarloaf Mountain) den Diamond Hill erklommen haben. Unterwegs und vom Gipfel hat man tolle Ausblicke auf die Küste und die umliegenden Berge.

Typisch irisch: grüne Landschaft mit Ruine Die Klosteranlage Clonmacnoise An der Westküste Kylemore Abbey Blick vom Diamond Hill im Connemara Nationalpark auf die Küste Die 12 Bens, ein Gebirgszug in Connemara Mäh!

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Number 29 
von Marion

Auch wenn dieser Beitrag auf den 13. Mai 2007 datiert ist, haben wir heute tatsächlich schon den 1. August. Wir haben in den letzten Wochen eine ganze Reihe von "Beschwerden" bekommen, dass wir so lange keinen Blogeintrag geschrieben haben. Da merkt man erst einmal, wer dieses Blog eigentlich so alles liest ...

Wir freuen uns über die Rückmeldungen, bitten aber auch um Verständnis, dass es manchmal Phasen gibt, wo man keine große Lust hat, ständig (Online-)Tagebuch zu schreiben. Das ändert sich auch irgendwann mal wieder und wir werden die wichtigsten Ereignisse der letzten Wochen und Monate nachträglich noch ein bisschen dokumentieren, bevor wir zu den aktuellen interessanten Entwicklungen kommen. (Na, neugierig? Geduld, Geduld ;-))

Am Samstag, dem 13. Mai, haben wir uns eines der weniger bekannten Museen in Dublin angeschaut: Number 29. Das ist ein georgianisches Haus am Merrion Square, das so eingerichtet ist wie vor 200 Jahren, als dort eine angesehene Familie der Upper Middle Class gelebt hat. Bei einer Führung durch alle 5 Etagen werden die Räumlichkeiten aller Bewohner von der Dienerschaft bis zum Hausherrn anschaulich präsentiert und man bekommt auch so einige Kuriositäten zu Gesicht. Wir selbst und alle unsere Besucher, denen wir das Museum bisher empfohlen haben, empfanden den Besuch als sehr lohnenswert.


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Wanderung zum Great Sugarloaf Mountain 
von Marion

Das lange Wochenende (in Irland ist nicht der 1. Mai, sondern der 1. Montag im Mai frei - die Iren sind schon sehr pragmatisch veranlagt, was ihre Feiertage angeht ;-)) haben wir genutzt, um mal eine längere Tages-Wanderung in den Wicklow Mountains zu machen. Das Ziel sollte der 500 m hohe Great Sugarloaf Mountain sein, der aus der Ferne recht beeindruckend aussieht.

Bewaffnet mit dem besten Kartenmaterial, das man hier kaufen kann, fuhren wir mit dem DART nach Greystones. Nach einigen Irrwegen durch den Ort (die Karte ist bei weitem nicht so genau, wie man sie sich als Wanderer wünschen würde) fanden wir schließlich einen Weg, der uns unserem Ziel näher brachte. Unterwegs stellten wir fest, dass "Wandern" in dem Sinne, wie wir es von zu Hause gewöhnt sind, hier doch etwas schwierig ist. Die besten Karten ist immer noch sehr ungenau und schwammig. Wegweiser oder gar Wegmarkierungen gibt es überhaupt nicht. Wanderwege sind auch nicht unbedingt verbreitet, wir waren meist auf kleinen Straßen unterwegs. Man muss sich also sehr auf seinen Orientierungssinn und sein Glück verlassen und zur Not schicksalsergeben auch mal querfeldein laufen. (Es gibt in Irland auch ein paar viel beworbene Fernwanderwege wie den Wicklow Way, die sind dann wahrscheinlich besser ausgeschildert.)

Gegen 14 Uhr erreichten wir den Fuß des Great Sugarloaf Mountain und nahmen den (ziemlich anstrengenden) Anstieg in Angriff. Der Weg war ein sehr steiler Schotterweg, der im letzten Teil in eine richtige Kletterpartie ausartete. War aber schön, dann oben angelangt zu sein :-). Von oben hat man einen tollen Ausblick über die Wicklow Mountains und zur Küste. Bei weniger diesigem Wetter wären die Fotos bestimmt noch schöner geworden.

Beim Abstieg nahmen wir einen anderen Weg Richtung Norden, den vor uns schon einige andere gegangen waren. Laut unserer Karte kam der ungefähr da raus, wo wir hinwollten, es war jedoch nicht ganz klar erkennbar, ob er wirklich durchgängig war. Irgendwann wurde der Weg dann immer schmaler und hörte schließlich ganz auf. Laut Karte und unserer Orientierung waren wir etwa da, wo wir hinwollten und wussten auch, wie es theoretisch weitergehen sollte, nur war da halt kein Weg. Nach einigem Suchen und Überlegen gingen wir dann querfeldein weiter und landeten schließlich auf einer Klippe, die etwa 50 Meter senkrecht zur Straße (auf die wir wollten) abfiel. Wir drehten also wieder um und fanden auf dem Rückweg einen kaum erkennbaren Trampelpfad, der in etwa in die richtige Richtung führte. Dem folgten wir und standen bald vor einem verschlossenen Tor, dass sich aber zum Glück öffnen ließ. Dahinter begann dann das kleine Sträßchen, nach dem wir gesucht hatten :-).

Die restliche Strecke auf kleinen Nebenstraßen Richtung Bray war dann vergleichsweise einfach zu finden. Die letzten paar Kilometer in Bray selbst haben wir dann (als Zugeständnis an die Blasen, die sich Karsten gelaufen hatte) mit dem Bus zurückgelegt. Mal sehen, wann wir uns das nächste Mal auf das Abenteuer "Wandern in Irland" einlassen ;-).

Karte mit Wegstrecke

Der Great Sugarloaf Mountain von Powerscourt aus gesehen Blick vom Great Sugarloaf Mountain Richtung Küste und Greystones Blick vom Great Sugarloaf Mountain

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Monteverdi in der Pro-Cathedral 
von Marion

Nach dreieinhalb Monaten Probenzeit war heute unser großes Chorkonzert mit Monteverdis "Vespern von 1610" in der St. Mary's Pro-Cathedral im Stadtzentrum. Die katholische Kathedrale befindet sich versteckt in einer Seitenstraße von Dublins Prachtstraße O'Connell Street (einen exponierteren Bauplatz haben die Katholiken damals nicht bekommen) und ist recht groß (für 800 Personen) und modern.

Unser Chor wurde verstärkt durch ein ausgezeichnetes professionelles Orchester, 6 Solisten und einen kleinen Knabenchor. Trotz der recht hohen Eintrittspreise für ein Kirchenkonzert (25 EUR pro Karte) war die Kirche sehr gut gefüllt, wir schätzen, dass etwa 600-700 Leute da waren. Das Programm begann mit einem sehr schönen Violinkonzert ("in E") von Bach, gefolgt von der "Rhapsodie Gregorienne" von Langlais - einem sehr gewöhnnungsbedürftigen, modernen Orgelwerk. Karsten und ich empfanden es als eher unpassend, aber es scheint auch einigen Leuten gefallen zu haben ;-).

Nach einer Pause, die sich etwas in die Länge zog, weil eine dringend benötigte Trompete in einem Raum eingeschlossen war und niemand den Schlüssel dazu fand, kam dann "unser" Monteverdi. Das Stück ist für einen Laienchor ausgesprochen anspruchsvoll, es ist doppelchörig und bis zu 10-stimmig. Dreieinhalb Monate Probenzeit sind dafür eigentlich viel zu knapp, aber wir haben es doch recht gut hinbekommen und es war ein tolles Erlebnis, solch frühe Chormusik in einer großen Kathedrale zu singen. Perfekt (in unseren Ohren) war es allerdings nicht ganz, um die verbliebenen Unsicherheiten auszumerzen, hätten wir wohl noch drei weitere Monate proben müssen. Dem Publikum hat es allerdings sehr gut gefallen, wir bekamen am Ende Standing Ovations :-).

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Old Jameson Distillery 
von Marion

Wir hatten wieder mal Besuch: Unsere Freunde Gudrun und Peter sind für ein verlängertes Wochenende in Dublin gewesen und haben ein recht straffes Besichtigungsprogramm durchgezogen ;-).

Am Sonntag waren wir zusammen in der Old Jameson Distillery - die hatten wir uns genau wie die Guinness-Brauerei noch aufgehoben, um da mal zusammen mit Besuchern hinzugehen. Die alte Whiskey-Destillerie liegt im Westteil der Stadt, dort wird allerdings heutzutage kein Whiskey mehr destilliert. Der Jameson-Whiskey kommt jetzt aus einer riesigen Anlage in der Nähe von Cork im Süden Irlands. Die ehemalige Fabrik-Anlage in Dublin (Old Jameson Distillery) ist zu einer Wohnanlage und einem Besucherzentrum umgebaut worden. Der große Schornstein wurde zu einem Aussichtsturm umfunktioniert.

Das Besucherzentrum ist gut besucht und die Führungen bis ins letzte durchorganisiert. Zunächst wird den Besuchern in einem kleinen Kino ein ziemlich pathetischer Film über den irischen Whiskey gezeigt - das Besondere daran soll sein, dass er insgesamt drei Mal destilliert wird. Anschließend gibt es einen geführten Rundgang durch den Prozess der Whiskey-Herstellung: Vom Kornspeicher über das Mälzen der Gerste zum Malen, Maischen und zur Fermentierung, danach weiter zum Brennvorgang, zur Reifung und zum Abfüllen. Alles wird recht anschaulich an zum Teil Original-Schaustücken, zum Teil Nachbauten (im kleineren Maßstab) gezeigt. Allerdings wären die tatsächlichen Anlagen sicher beeindruckender gewesen, man hatte schon den Eindruck, dass alles recht klein war. Am Ende der Führung bekommt jeder Teilnehmer über 18 ein Glas Whiskey oder ein Whiskey-Mischgetränk nach Wunsch. Drei Auserwählte dürfen an einer etwas albernen Whiskey-Verkostung teilnehmen: Aus fünf verschiedenen Whiskey-Sorten (drei irische, ein schottischer und ein amerikanischer) sollen sie ihre Lieblingssorte bestimmen. Nun ja ...

Insgesamt (vor allem angesichts des hohen Eintrittspreises) ist ein Besuch der Destillerie in Cork, die noch in Betrieb ist, vermutlich interessanter.

Unsere Theorie mit dem Wetter (wenn wir Besuch haben, ist das Wetter schön) scheint sich übrigens zu bestätigen: Für das gesamte Wochenende von Gudruns und Peters Besuch war regnerisches Wetter vorhergesagt, aber es hat nur am Sonntag nachmittag mal ein paar Minuten kurz genieselt und sonst nur nachts geregnet - da kann man wirklich nicht meckern :-).

nachgebaute Destillieranlage Herstellung der Whiskey-Fässer Whiskey-Verkostung

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