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Gefängnis-Besichtigung 
von Marion

Heute morgen haben wir unsere Flüge für Weihnachten gebucht, wir werden am 20.12. abends von Belfast nach Leipzig und am 26.12. abends von Berlin nach Dublin. Effektiv sind wir also vom 21.-26.12. in Chemnitz. Ich weiß zwar noch nicht, ob sich das dann mit meiner Arbeit, die ich dann hoffentlich haben werde, vereinbaren lässt, aber irgendwie wird's schon gehen.

Ansonsten haben wir heute unser Besichtigungsprogramm von Dublin fortgesetzt (wir sind noch lange nicht durch ;-)). Diesmal ging es ins "Kilmainham Gaol", ein ehemaliges Gefängnis, das jetzt ein Museum ist. Wir erlebten eine sehr anschauliche Führung durch das schaurige Gebäude mit vielen interessanten Details. Man kann dort viel über die irische Geschichte lernen, z.B. über die große Hungersnot, bei der ein Pilz die Kartoffelernte vernichtete und damit den Iren, die sich zu der Zeit fast ausschließlich von Kartoffeln ernährten, die Lebensgrundlage entzog. Eine Million Iren sind in den folgenden Jahren an Hunger und den damit verbundenen Krankheiten gestorben, weitere 1,5 Millionen sind ausgewandert. Zu der Zeit war das Gefängnis immer überfüllt, da die Menschen mit Absicht kleinere Verbrechen begingen, um für einige Zeit hinter Gittern wenigstens die karge, aber zuverlässige tägliche Gefängnisration zu bekommen. Außerdem wurden in Kilmainham Gaol 14 der 16 Anführer des Osteraufstandes von 1916 exekutiert. Diese Exekutionen führten zu einem Aufschrei in der Bevölkerung, der schließlich nach einigen Kriegsjahren zur Unabhängigkeit Irlands führte. (Man möge mir hier bitte eventuelle Ungenauigkeiten verzeihen, so ganz bewandert bin ich in der irischen Geschichte noch nicht ...)

Anschließend haben wir noch einen kleinen Teil des Phoenix Parks (ja, schon wieder ein Park ;-)) erkundet. Der Phoenix Park ist laut unserem Reiseführer der größte Stadtpark Europas, er ist mehr als doppelt so groß wie der New Yorker Central Park und größer als alle Londoner Parks zusammen. An Grünflächen fehlt es hier also wirklich nicht. Bei Gelegenheit (wird wohl erst nächstes Jahr) werden wir den Park mal mit den Fahrrädern erkunden.

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DON'T do it yourself 
von Marion

Irland hat schon ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges Mietsystem. In Deutschland ist es ja so, dass man eine Wohnung im Normalfall leer übernimmt, dann für die Mietdauer (fast) alles damit machen kann, was man will, und sie schließlich irgendwann im vereinbarten Zustand wieder übergibt. Das ist hier völlig anders. Nicht nur, dass die Wohnungen hier nahezu ausschließlich möbliert sind, man darf auch bei weitem nicht so viel selbst machen wie in Deutschland.

Wenn wir zusätzliche Möbel (ausgenommen Kleinkram wie mal ein kleines Regal) brauchen, fragen wir die Vermieterin, die uns die Möbel besorgt. Wie die dann aussehen, darauf haben wir natürlich keinen Einfluss ...

Was wir auf gar keinen Fall dürfen, ist etwas an die Wand schrauben. Regale zum Aufhängen sind schon von Anfang an kategorisch abgelehnt worden. Dabei könnte ja schließlich die Wand beschädigt werden! Deswegen liegt unser schönes großes Bücherregal, das wir aus Deutschland mitgebracht haben, jetzt auch auf dem Dachboden. Bilder aufhängen ist zwar erlaubt, aber selber machen ist nicht - dazu kommt der "Handwerker des Vertrauens", der die Wände auch ja nicht kaputt macht. Dieser war dann heute da - übrigens der gleiche, der so professionell den Strom für den Wäschetrockner gelegt hat - und hat ein paar Bilder aufgehängt. Die Löcher in die Wand hat er dabei mit einem Schraubenzieher gebohrt ...

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Weitere Formalitäten 
von Marion

Heute morgen stattete ich der deutschen Botschaft in Dublin einen Besuch ab, um unsere irische Adresse in unsere deutschen Pässe eintragen zu lassen. Da es in Irland keine Meldebehörde gibt, haben wir nur darüber eine Chance nachzuweisen, dass wir tatsächlich unter einer irischen Adresse leben. Und einige deutsche Institutionen benötigen eben unbedingt einen "offiziellen Nachweis", um eine Adressänderung zu akzeptieren. Leider war ich bei der Botschaft noch nicht erfolgreich, ich hatte nicht alle notwendigen Papiere dabei (und dabei hatte ich ziemlich viele Papiere mitgenommen!). Außerdem muss Karsten natürlich persönlich erscheinen, anders geht es nicht ... Also werden wir da in den nächsten Tagen nochmal hingehen müssen.

Anschließend besuchte ich Karsten bei Google, er hatte mich für heute als Besucher angekündigt. Der Rundgang und das Mittagessen waren sehr nett ;-)

Am Nachmittag habe ich dann im "Social Welfare Office" (eine Mischung aus Arbeitsamt und Sozialamt) eine PPS-Nummer (das irische Äquivalent zu einer Sozialversicherungsnummer) beantragt. Diese Nummer braucht man, um hier arbeiten zu können. Da fühlte ich mich dann fast schon heimisch, es ging zu wie auf einem deutschen Amt: Anstehen am Empfang, Ausgabe von Wartenummern, Ausfüllen diverser Formulare, ... Meine PPS-Nummer wird mir dann laut Auskunft innerhalb von zwei Wochen per Post zugeschickt (Karsten hat seine übrigens schon).

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Bücher über Bücher 
von Marion

Karsten und ich sind beide große Bücherfans, dementsprechend viele Exemplare haben sich in den letzten Jahren bei uns angesammelt. Nun standen die hier alle in zahllosen Kartons im Wohnzimmer herum und wir hatten ein (!) Bücherregal zur Verfügung, um sie unterzubringen. Aber es ist erstaunlich, wieviel da reinpasst, wenn man nur ordentlich stapelt ;-).
Ein paar Bücher sind noch in den Kleiderschrank im Gästezimmer gewandert (wer uns besucht, möge sich also bitte nicht wundern ...) und zwei Kisten voller Bücher, die wir im Moment nicht brauchen, haben wir in einem Verschlag in der Garage untergebracht.

So langsam wird unser Haus jetzt wohnlich!

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Ein neuer Chor 
von Marion

Heute habe ich sämtliche Textilien ausgepackt und versucht unterzubringen. Das war ganz schön schwierig und von einigen Sachen musste ich mich auch schweren Herzens trennen. Der Rest ließ sich dann mit einiger Mühe in unseren Kleiderschränken unterbringen. Einige Dinge, die wir hier nicht nutzen können - wie z.B. Gardinen oder Bettlaken für einzelne Matratzen - habe ich in Taschen gepackt, die wir hoffentlich auf dem Dachboden unterbringen können.

Am Abend war ich das erste Mal bei einer Probe des "Goethe Institut Choir", dem ich gerne beitreten wollte. Die Probe begann um 19:30 Uhr und ich habe leihweise Noten bekommen, um gleich mitzusingen. Geprobt werden zur Zeit das Weihnachtsoratorium von Bach und ein paar weitere weihnachtliche Stücke für das große Weihnachtskonzert des Chores. In der Pause, wo die anderen Chormitglieder Tee tranken und Kekse aßen (ja, England ist nicht weit ;-)), musste ich dann vorsingen. Das war jedoch nicht schwer, ich wurde angenommen und wie gewohnt in den 1. Sopran zugeteilt. Der zweite Teil der Probe ging dann bis 21:45 Uhr. Das Tempo und den Stil der Proben finde ich übrigens sehr angenehm, man hat die ganze Zeit schön zu tun und sitzt nicht dumm rum. Das Niveau des Chores dürfte etwa dem des Chemnitzer Extrachores entsprechen. Der Chor ist vom Alter und von den Nationen her bunt gemischt und es ist leicht, Kontakte zu knüpfen. Es gibt viele Iren und eine ganze Reihe Deutsche, aber auch Italiener, Spanier usw. im Chor. Ich freue mich schon auf die nächsten Proben!

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