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Formalitäten 
von Marion

Heute vormittag haben Zuzana und ich sämtliche Formalitäten erledigt, die zur Anmietung eines Hauses oder einer Wohnung in Irland notwendig sind. Man muss dafür eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete sowie die Miete für den ersten Monat im Voraus bezahlen. Außerdem benötigt man Referenzen - von früheren Vermietern, dass man ein zuverlässiger Mieter war und die Miete pünktlich gezahlt hat, vom Arbeitgeber, dass man eine Arbeit hat und dafür bezahlt wird, und von der Bank, dass man ein Konto hat und dort auch tatsächlich Geld drauf liegt. In Irland basiert - genau wie in Großbritannien - alles auf Referenzen. Ohne ist man aufgeschmissen.

Die Referenzen zur Arbeit waren zum Glück kein Problem, Karsten hatte ein Schreiben von Google und ich hatte einen englischen Referenzbrief von der TU Chemnitz (mein Vertrag dort läuft ja noch). Als Bank-Referenz wurden die letzten Kontoauszüge unserer deutschen Girokonten akzeptiert (ein irisches Konto hatten wir ja noch nicht). Das Schwierigste war die Vermieter-Referenz, doch glücklicherweise haben unsere ehemaligen Vermieter in Deutschland gerade noch rechtzeitig ein Fax an unsere Pension geschickt. Es war zwar nur in deutscher Sprache, aber es war in Ordnung, dass ich die englische Übersetzung handschriftlich ergänzt habe.

Als wir alles abgegeben hatten, erfuhren wir, dass wir am nächsten Nachmittag den Vertrag abholen, ihn abends in Ruhe lesen und unterschreiben und dann am folgenden Tag abgeben und die Schlüssel in Empfang nehmen konnten. Wir konnten also bereits am Donnerstag einziehen!

Am Nachmittag bin ich alleine ein wenig durch die Stadt gebummelt und habe versucht, mich von den Strapazen der letzten Tage etwas zu erholen. Mit einem frisch gemachten Smoothie (Saftbars gibt es hier an jeder Ecke) auf einer Bank im Park St. Stephen's Green (siehe Panorama) ließ es sich ganz gut aushalten.

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... alles so groß hier?! 
von Karsten

Heute war mein erster "richtiger" Tag bei Google, gestern war ja "nur" der Einführungstag mit Paperwork und Einweisungen. Dazu aber gleich eine klare Aussage: Ich darf über kaum etwas das meine tägliche Arbeit betrifft berichten. Das liegt zum einen daran, dass vieles aus strategischen Gründen geheimzuhalten ist (praktisch alle Zahlen und mit welchen Firmen man gerade zu tun hat usw.), zum anderen ist die US-amerikanische Börsenaufsicht wohl sehr empfindlich, wenn Mitarbeiter eines Unternehmens unkontrolliert irgendwas veröffentlichen, was direkten Einfluss auf den Börsenkurs haben könnte.

Also konzentriere ich mich auf das Wesentliche: Ich arbeite im "Gordon House", einem 6-stöckigen Bürogebäude nahe der Dubliner Innenstadt. Mein Schreibtisch steht im vierten Stock mit tollem Blick durch die Fensterfront in Richtung Hafen. Ich habe ein superedles 15" MacBook und einen schnellen Arbeitsplatzrechner mit zwei riesigen LCD-Bildschirmen (2400x1920 Punkte Desktop *juchhu*). Um mich herum sitzen andere Mitarbeiter aus meinem Team, die ganze Etage ist praktisch ein Großraumbüro mit nur niedrigen Sichtblenden zwischen den Schreibtischen (keine klassischen Cubicles). Eine Mini-Küche mit Snacks und Getränken ist nur ein paar Schritte entfernt, eine große Kantine mit sehr leckerem Mittagessen im Erdgeschoss.

Die Arbeitsumgebung ist also wirklich sehr ansprechend - das Niveau und das Tempo sind es aber auch. Heute hab ich abends praktisch neben mir gestanden, die Dimensionen mit denen ich konfrontiert wurde waren einfach zu krass. Dabei sind es nicht nur die reinen Zahlen, die einen Eindruck hinterlassen, auch die Bandbreite der in der Firma bearbeiteten Projekte kann einen umhauen. Kein Wunder, dass alle sagen es dauert Monate, bis man seine volle Leistung erreicht...

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Karstens erster Arbeitstag / Wohnungssuche, Teil 3 
von Marion

Heute war Karstens erster Arbeitstag bei Google. Die Neulinge hatten eine Reihe von Vorträgen, wurden herumgeführt, mussten eine Menge Papierkram erledigen und bekamen ihren Schreibtisch und Arbeitsgeräte zugewiesen. Viel mehr kann ich allerdings zu Karstens Arbeit bei Google nicht schreiben, da vieles Firmengeheimnis ist. Karsten wird sicher später mal noch etwas zu seiner Arbeit schreiben, insofern das möglich ist.

Ich hatte heute mit Zuzana eine Reihe von Besichtigungsterminen von Häusern und Wohnungen. Gleich früh um neun haben wir das Haus besichtigt, welches uns anhand der Beschreibung im Internet am besten gefallen hatte. Es war auch wirklich sehr schön, etwa 5-7 Minuten zu Fuß von der DART-Station entfernt, mit Supermarkt, Bank, Post und Restaurationen schräg gegenüber. Trotzdem war es sehr ruhig gelegen in einer Art kleinen Wohnanlage mit mehreren Häusern und Apartments. Es erinnerte ein wenig an eine Ferienanlage. Auch von innen war das Haus so hübsch, wie die Anzeige versprach. Die Zimmer sind zwar nicht groß, sollten aber ausreichend sein, und die Möbel sind fast durchgehend neu. Wir waren also sehr angetan und erfuhren zu unserer Freude auch noch, dass wir an diesem Tag die einzigen waren, die einen Besichtigungstermin für dieses Haus hatten. Wir konnten die Agentin, die uns das Haus gezeigt hat, auch noch überreden, es uns am gleichen Abend noch einmal zu zeigen, wenn "unsere Männer" auch Zeit haben würden.

Danach haben wir uns heute noch ein paar Wohnungen in einem neu gebauten Apartmentkomplex angeschaut. Die Anlage war zwar ganz hübsch, aber der DART führte direkt daran vorbei und es war dementsprechend laut. Außerdem waren die Wohnungen alle sehr kalt eingerichtet, alles in schwarz-braun-grau-weiß, mit Leder und Spiegeln, gar nicht mein Geschmack.
Eine andere Wohnung lag im Finanzzentrum in der Innenstadt, in der Nähe der Conolly Station. Auch diese war ganz ok, hatte aber nur ein Schlafzimmer und schon etwas ältere Möbel.

Auf dem Weg zur nächsten Besichtigung - einem weiteren im Stadtteil Clontarf - machten wir zum ersten Mal mit dem typischen irischen Wetter Bekanntschaft. Es regnete in Strömen und wir hatten keinen Schirm dabei. In den letzten Tagen war es immer sehr schön gewesen und auch heute morgen hatte es wieder gut ausgesehen, so dass keiner von uns an einen Schirm gedacht hatte. Also wurden wir so richtig schön pitschnass und werden wohl zukünftig immer (!) einen Schirm mitnehmen. Dieses Haus war dann eigentlich auch ganz schön, hatte allerdings "nur" zwei Bäder, von denen eines von den Schlafzimmern aus nur über eine Treppe erreicht werden konnte (also nicht so gut für die Privatsphäre). Außerdem gab es in jedem Zimmer, also auch in den Schlafzimmern, einen Kamin. Zuzana hat das nicht weiter überrascht (das scheint es in England auch zu geben), aber mich hat das schon etwas irritiert. Außerdem waren die Kleiderschränke lächerlich klein.

Um 18 Uhr war der erneute Besichtigungstermin "unseres" Hauses von heute früh. Karsten und Euan hat es zum Glück genauso gut gefallen wie uns und wir beschlossen, dieses Haus zu viert zu mieten.

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Zum Nichtstun verdammt 
von Marion

Heute, am Sonntag, war eine weitere Wohnungssuche aussichtslos. Es wurden keine neuen Wohnungen ins Internet eingestellt und man konnte auch niemanden zwecks Vereinbarung eines Besichtigungstermins erreichen.

In diesem Hinblick waren die Hinweise und Tipps, die wir im Vorfeld von einer Umzugsfirma bekommen hatten, eher ungünstig. Man hatte uns gesagt, wir sollten nicht vor dem Seminar am Freitag Nachmittag mit der Wohnungssuche beginnen und es wäre normalerweise kein Problem, innerhalb der ersten Woche in Dublin eine Wohnung zu finden. Da das Wochenende für Wohnungsbesichtigungen allerdings kaum nutzbar ist und die Google-Anfänger ja am Montag darauf bereits mit der Arbeit beginnen würden, ist eine Wohnungssuche unter diesen Umständen ausgesprochen schwierig. Es wäre sinnvoller gewesen, das Seminar auf Dienstag oder Mittwoch vor Arbeitsbeginn zu legen, damit man noch ein paar Tage Zeit zum richtigen Suchen hat. Außerdem kann es von dem Zeitpunkt der Einigung über die Miete bis zum Einzug durchaus ein paar Tage dauern.

Den heutigen Tag haben wir daher zur Erkundung der Küste nördlich und südlich der Dubliner Innnenstadt genutzt. Zunächst sind wir mit dem DART nach Süden, nach Blackrock, gefahren. Dort haben wir uns ein Haus mit 3 Schlafzimmern, das zu vermieten war, von außen angeschaut. Einen Besichtigungstermin konnten wir dafür bis jetzt allerdings noch nicht vereinbaren. Von außen sah das Haus wirklich hübsch aus, in einer Wohnanlage, mit Blick aufs Meer. Einkaufsmöglichkeiten und DART-Station waren ganz in der Nähe. Einziger im Moment ersichtlicher Nachteil war die viel befahrene vierspurige Straße, die zwischen Wohnanlage und Küste verlief.

Anschließend sind wir noch ein Stück weiter nach Süden nach Dun Laoghaire gefahren. Das ist ein recht mondäner Hafenort, von dem aus man mit der Fähre nach England (Holyhead) rüberfahren kann. Auch dort werden überall neue Apartmenthäuser gebaut.

Danach fuhren wir mit dem DART zurück nach Dublin und weiter nördlich nach Malahide. Das ist ein wirklich hübscher (aber auch ganz gut bevölkerter) Küstenort mit Yachthafen und einem Schloss (Malahide Castle) in einer riesigen Parkanlage. Da wir wunderbares Wetter hatten, sind wir ausgiebig im Park spazierengegangen und haben uns ein wenig erholt. Das Malahide-Fotopanorama ist an diesem Tag entstanden. Für die Besichtigung des Schlosses und des botanischen Gartens war es leider schon zu spät, so dass wir uns das für ein anderes Mal aufgehoben haben.

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Wohnungssuche, Teil 2 
von Marion

Der heutige Tag war voll und ganz der Wohnungssuche gewidmet. Mehrere Stunden lang haben wir im Internet recherchiert, Anzeigen begutachtet und telefoniert. Das Ergebnis waren drei Wohnungsbesichtigungen am heutigen Samstag sowie zwei weitere am folgenden Montag.

Die erste Wohnung, die wir noch heute besichtigen konnten, war nur ein paar Häuser von unserer Pension entfernt, deshalb sind wir gleich als Pulk (alle Google-Anfänger) hingegangen. Das Haus und die Wohnung waren allerdings absolut grauenhaft. Alles uralt und schmuddelig, Bad und Küche völlig indiskutabel. Man muss schon sehr verzweifelt sein, um so eine Wohnung zu mieten. Ich hoffte sehr, dass wir das nicht nötig haben würden.

Die zweite und dritte Wohnung besichtigten wir alleine. Die zweite war auch nicht weit von der Pension entfernt und sah von den Bildern im Internet her ganz hübsch aus. Allerdings lag sie mit 1275 EUR monatlicher Miete schon deutlich über unserem Limit und sie hatte auch nur ein Schlafzimmer. Als wir dort waren, musste Karsten fest stellen, dass er die gleiche Wohnung schon am Vortag mit Euan besichtigt hatte. Sie war jedoch anhand der Fotos im Internet nicht wiedererkennbar. Karsten hat diese Wohnung als "traurig" beschrieben, und das war sie auch tatsächlich. Sie ist quasi eine Art Schlauch, der sich vom Eingang her ins Innere des Hauses zieht. Nur die Küche, die am Eingang liegt, hat Tageslicht, alle anderen Räume nicht. Die Zimmer waren auch alle ziemlich klein. Nein, das war also auch nichts für uns. Ob diese Wohnung tatsächlich mal für den Preis vermietet werden würde?

Die letzte Wohnung, die wir besichtigt haben (2 Schlafzimmer, 1200 EUR Miete), lag in Clontarf, einem nördlichen, aber doch relativ zentrumsnah gelegenen Stadtteil von Dublin. Bis dorthin sind es von Google aus 5 Stationen mit dem DART. Der Stadtteil ist ein hübsches Wohnviertel mit vielen ruhigen, kleinen Straßen, einem riesigen Park und in der Nähe von Meer und Strand. Das Haus, in dem die Wohnung ist, lag in einer kleinen Anlage, die jedoch ziemlich weit weg von der DART-Station ist (mehr als 20 min zu Fuß). Die Anlage selbst ist hübsch, mit Innenhof, Rasen und Bäumen. Das Haus selbst ist weniger hübsch: Eine Art Plattenbau mit 4 Stockwerken, sehr kleinen Fenstern und von außen etwas schmuddelig. Es wirkte ein bisschen wie eine ehemalige Kaserne. Das Treppenhaus war sehr eng und niedrig, die Wohnung selbst war dann ganz ok und bot relativ viel Platz. Die Küche war spitze, komplett neu und mit viel Stauraum. Allerdings gab es in der Wohnung keinen Esstisch (und auch keinen Platz dafür), sondern nur zwei Barhocker in der Küche. Auch das Bad war nicht unbedingt "modern" zu nennen, ebenso die Elektroverkabelung. Unsere Gefühle bezüglich dieser Wohnung waren schon sehr zwiespältig. Die negativen Seiten überwogen, aber es wäre immerhin besser als nichts. So haben wir uns die Wohnung erst mal reservieren lassen.

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