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Hilfe, mein Auto ist zu gross! 
von Karsten

Gestern habe ich mein Auto getauscht und das kam so: Am Samstag Nachmittag waren am Flughafen beim Vermieter keine Wagen der kleinen und mittleren Klassen mehr verfuegbar, daher bekam ich ein groesseres Auto. Nunja - viel groesser, eher sowas wie einen kleinen LKW, ein Ford Escape. (Siehe Bild. Das Auto war so hoch, dass ich nicht aufs Dach schauen konnte. Die Hinterraeder gingen mir bis deutlich uebers Knie.) Mit allem technischen Schnickschnack, Vierradantrieb und ueppiger Motorisierung - und katastrophal schlechtem Fahrverhalten. Nicht nur war die Karre unglaublich durchzugsschwach (Motor heult, sonst passiert nichts), beim Lenken hatte man auch noch das Gefuehl, ein Schiff zu steuern, und wenn man auf dem Highway mal beschleunigt hat, haben sich Tankanzeige und Tacho aehnlich schnell nach rechts bewegt. Nicht zu vergessen, dass das Einparken selbst auf den grosszuegig gestalteten US-amerikanischen Parkplaetzen nicht immer einfach war. :-(

Also bin ich nach mehreren Telefongespraechen gestern Abend noch einmal hin und habe nun ein kleineres Auto: Einen Chevy Aveo, so ungefaehr Golf- oder Astraklasse, fast keine Elektronik, dafuer sehr agil im Fahrverhalten und erheblich sparsamer im Verbrauch. Bei der Vermietung haben sie mich aber doch irgendwie mitleidig angesehen, dass ich deren tolles grosses SUV nicht haben wollte. Parken konnte ich das Auto dann auch gleich in der Tiefgarage des Apartmentblockes, in den ich gestern noch umgezogen bin. Einige der Apartments hier werden von Google-Mitarbeitern bewohnt, die zeitweilig zu Besuch sind. Es ist nicht weit in die "Innenstadt" von Mountain View (eine Strasse mit breiteren Buergersteigen), zu Google faehrt man auch nur 10 Minuten.

Mittlerweile habe ich auch die ersten zwei Arbeitstage auf dem Campus hinter mir, habe den hier arbeitenden Teil meines Teams kennen gelernt und einen Teil der Gebaeude erkundet. Die vier Hauptgebaeude stehen auf einer sehr grossen Tiefgarage und sind oberirdisch noch ein bis drei Etagen hoch. Die einzelnen Flaechen sind dann stark unterteilt, oft Konferenzraeume oder kleine Kuechen dazwischengeworfen, dann durch Trennwaende in so eine Art 4-Personen-Cubicles eingeteilt. Und zusaetzlich zu den schon aus Dublin bekannten Annehmlichkeiten gibt es hier u.a. auch noch ein Fitnessstudio, zwei kleine Swimmingpools, ein Beach-Volleyballfeld, eine Arztpraxis, ein Massagestudio, kleine Bibliotheken, Ruheraeume, einen Waschsalon und vieles mehr. Ein Bettenhaus fehlt, sonst gibt es keinen Grund mehr, das Gelaende zu verlassen ;-).

Irre sind hier noch die Cafeterien: Es gibt neun oder zehn verschiedene, alle mit unterschiedlicher Ausrichtung und z.T. auch mit Fruehstueck und Abendessen. Von "Essen wie bei Muttern" ueber "American Table" bis zu Sushi und einer Saftbar reicht die Auswahl. Qualitativ entspricht alles etwa dem Essen in Dublin, ist nur noch deutlich abwechslungsreicher. Nur die Fruchtsaefte sind hier etwas merkwuerdig (oft eher limonadig) und die Cola aus dem Automaten schmeckt wie das Leitungswasser nach Chlor :-(. Dafuer gibt es alleine in der naechstgelegenen Mini-Kueche schon fuenf Milchsorten, eine ("Vitamin D Milk") schmeckt sogar ganz gut, die anderen tendieren eher Richtung H-Milch und die fettfreie Milch ist - aehm - merkwuerdig, sehr merkwuerdig.

Ueberhaupt gibt es ein paar faszinierende Kontakte zwischen US-amerikanischem Essverhalten und den deutlich vorhandenen Oeko- und Gesundheitsgedanken bei Google. So gibt es zwar neben richtigem Besteck auch das bei den Einheimischen beliebte Plastikbesteck, dieses ist jedoch aus kompostierbarem Oeko-Kunststoff. Und vor jedem Restaurant stehen nett aufbereitete Musterteller, jedoch nicht mit allem, was es gibt (das waere zu viel und es gibt auch keine Stammessen, alles ist als Buffett aufgebaut), sondern mit Empfehlungen einer Ernaehrungsberaterin fuer ein gesundes Menue. Das setzt sich in den Mini-Kuechen fort, wo an allen Behaeltern mit Essbarem irgendwo die Naehrwertangaben angeklebt sind. Hm, es gibt hier auch viel weniger Schokoriegel als in Dublin.

Mein erster Mietwagen - ein halber LKW.

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Wanderung durch Dublin 
von Marion

Heute war hier strahlender Sonnenschein und keine Regenwolke in Sicht, da hatte ich keine Lust, den ganzen Tag zu Hause rumzusitzen und bin in den Botanischen Garten gegangen. Leider hatte ich die Wegstrecke doch etwas unterschätzt, ich war geschlagene 75 Minuten zu Fuß unterwegs, bis ich endlich dort angekommen war.

Im Garten selbst war es dann sehr schön. Die Anlage ist abwechslungsreich gestaltet, es gibt ein großes Palmen- und Orchideenhaus, einen schönen, kleinen Rosengarten, thematische Anlagen und ein großen Park-ähnlichen Teil mit vielen interessanten Bäumen. Dort wimmelte es von Eichhörnchen, die überhaupt nicht scheu waren. Eins ist mir direkt vor den Füßen hin- und hergelaufen, als ich mal ein wenig stehengeblieben bin, um es zu beobachten.

Der Rückweg war dann nochmal eben so lang und ich war ganz gut geschafft, als ich wieder zu Hause angelangt war. Im Briefkasten lag dann unter anderem ein Brief von meinen Freunden aus dem Studio W.M., darüber habe ich mich riesig gefreut. Ich möchte mich daher auf diesem Weg bei allen ganz, ganz herzlich bedanken. Ich vermisse euch auch sehr!

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Welcome to San Francisco Airport 
von Karsten

Wow - was fuer ein Tag. Nach nicht viel mehr als drei Stunden Schlaf ging's gestern in Dublin zum Flughafen, Einchecken kurz vor fuenf am Morgen, Abflug in einer nur spaerlich besetzten Maschine kurz nach sieben. (Abflug-Stau auf dem Rollfeld.) Kaum 90 Minuten spaeter: London-Heathrow. Mein Koffer ist zwar direkt durchgecheckt worden, ich muss aber wie alle anderen Fluggaeste aus dem Sicherheitsbereich raus, zu Fuss ungefaehr 100 Kilometer (grobe Schaetzung ;-) ) quer durch diverse Hallen und Terminals und dann wieder in den Sicherheitsbereich rein. Unglaublich, was fuer eine Schlange dort stand, weit ueber die bautechnisch dafuer vorgesehenen Bereiche hinaus - dementsprechend reichlich war auch die Wartezeit von etwa einer Stunde.

Abflug in einer vollbesetzten 747 von Virgin Atlantic kurz nach 11:00 Uhr, und ich muss sagen, so eine Versorgung waehrend des Fluges hab ich noch nicht erlebt. Auf jedem Platz liegt ein Kissen und eine Wolldecke, ein paar Socken, Zahnbuerste, Ohrstoepsel und Schlafbrille. Es gab immer reichlich zu trinken (selbst harte Alkoholika waren beim ersten Rundgang kostenlos, wie der Ire neben mir erfreut feststellte ...), zum warmen Mittagessen wurde neben Kaffee oder Tee und Saft auch eine richtige Plasteflasche voll Wasser verteilt. Essen gab's waehrend des rund elfstuendigen Fluges etwa vier oder fuenf Mal etwas, neben warmem Mittagessen (Huhn mit Pasta oder Rind mit Risotto) noch Snacks, Baguette, warmes Ciabatta (mit Truthahn oder Kaese gefuellt) und Obst.

Der eigentlich Hit ist aber das Unterhaltungsprogramm: Jeder Passagier hat einen eigenen Monitor und eine Art Fernsteuerung, die gleichzeitig ein Telefon ist. Auf den Monitor kann man sich dann Filme nach Wahl zaubern (so etwa 40 Kinofilme und ueber 100 Folgen diverser Serien waren vorhanden), verschiedene Informationsseiten zu Flug (siehe Foto), Reiseziel und Fluggesellschaft ansehen, Musik hoeren (einige Radioprogramme und etwa 50 CDs) oder Computerspiele (Sudoku, Tetris, Wer wird Millionaer usw.) spielen - einige sind sogar fuer mehrere Spieler. Wenn man gut bei Kasse ist, kann man auch seine Kreditkarte durch die Fernbediehnung ziehen und telefonieren, SMS und EMails schreiben. Ich hab mir dann "X-Men 3" angesehen, in "Durch die Hecke", "MI-3" und "Tristan und Isolde" ein bisschen reingeschaut, sonst aber viel Musik gehoert und einfach nichts gemacht oder mit den US-Formularen gekaempft.

14:10 Uhr Ortszeit, San Francisco Airport, die Sonne brennt, das Haar haelt. Nach Eroberung meines Koffers (Wer kommt bloss auf die Idee, das Gepaeck zweier 747 auf ein Gepaeckband zu werfen?) geht's problemlos durch Zoll und Einwanderungsbehoerde, dann mit einer automatischen Bahn zum etwa zwei Kilometer entfernten Mietwagenzentrum. Da die Bahn auf dem Dach der Terminals faehrt, bietet sich ein toller Ausblick auf den Flughafen und den suedlichen Teil der Bucht von San Francisco. Das Mietwagenzentrum ist ein sehr grosses Parkhaus mit Abfertigungshalle auf dem Dach. Leider hat die Firma, bei der fuer mich ein Mietwagen bestellt war, gerade ein erhebliches Problem damit, ausreichend Fahrzeuge heranzuschaffen. So warte ich gut eine Stunde und bekomme ein zu grosses Auto, dazu spaeter in einem anderen Blog-Eintrag mehr.

Dann den Highway 101 von San Francisco aus in Richtung San Jose, drei bis fuenf Spuren in beide Richtungen, manchmal noch mit einer Extraspur fuer Busse und Fahrgemeinschaften. Vorbei an Palo Alto und Menlo Park, ich sehe kaum LKWs auf den rund 50 Kilometern. Mein Hotel fuer die ersten zwei Naechte erreiche ich nach rund einer Stunde, es sieht ganz OK aus, am Empfang ist man sehr freundlich und das Zimmer ist eher eine kleine Wohnung mit vollausgestatteter Kueche, es gibt Wasch- und Einkaufsservice - und kostenloses Internet auf den Zimmern, Hurra! Das Hotel (auf der Karte) liegt am "El Camino Real", einer sechsspurigen Strasse, die die Orte hier im Silicon Valley miteinander verbindet und mit Geschaeften und Restaurants zugebaut ist. Ich laufe noch zu einer Bank, auf den zwei Kilometern sind fast keine Fussgaenger, aber viele Autos unterwegs. Der Bankautomat akzeptiert sogar Maestro-Karten ("EC-Karten"), selbst der anschliessend besuchte kleine Burger-Braeter wirbt auf seiner Kreditkartenliste mit dem Maestro-Symbol. Nett.

Um 20:00 Uhr fallen mir die Augen zu, nach Dubliner Zeit 4:00 Uhr frueh. Mehr als 24 Stunden nach dem Aufstehen, acht Zeitzonen westlicher, zwoelf Flugstunden und mehr als 8000 Kilometer vor Dublin entfernt. Verrueckt.

Mein Bildschirm und meine Fernbedienung an Bord der 747 von Virgin Atlantic

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Im National Museum 
von Marion

Heute war von allen Internet-Wetterberichten für Dublin Regen vorhergesagt, also habe ich mich für einen Museumsbesuch entschieden. Es hat dann auch wirklich in Strömen geregnet ...

Im National Museum kann man Ausgrabungen und Kunstschätze aus Irland von prähistorischer Zeit bis ins Mittelalter besichtigen. Es gibt auch noch einen Raum mit ägyptischen Ausstellungsstücken, aber der wirkt eigentlich ein bisschen fehl am Platz.
Das Gebäude selbst ist wunderschön mit großem Lichthof, Marmorsäulen, Mosaikfußboden usw. und lohnt schon alleine den Besuch. Die Öffnungszeiten sind etwas kurios, sonntags ist das Museum nur von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Aber die drei Stunden haben eigentlich gut ausgereicht, um alles anzuschauen. So riesig ist das Museum nicht.

Anschließend habe ich mich auf der Grafton Street, der Haupt-Einkaufsstraße von Dublin noch ein wenig treiben lassen und einer Band zugehört, die dort ein Konzert auf offener Straße gab. Laut Transparent handelte es sich um "Ireland's No. 1 Jive and Swing Band", die sich auf einer Anti-Drogen-Tour befand. Klein unten auf dem Plakat stand aber "Sponsored by the Church of Scientology" - naja ... :-/

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Ausflug nach Howth 
von Marion

Heute morgen um vier Uhr kam das Taxi, das Karsten zum Flughafen brachte. In den nächsten Tagen gibt es dann wahrscheinlich doppelte Blogeinträge, von Karsten aus Mountain View in Kalifornien und von mir aus Dublin.

Ich habe heute das trockene und zum Teil sonnige Wetter genutzt, um einen Ausflug nach Howth zu machen. Mit Bildern kann ich jetzt leider nicht dienen, unsere Digital-Kamera ist in Amerika ;-).

Howth ist ein hübscher kleiner Ort auf einer Halbinsel nördlich von Dublin. Es gibt dort einen Fischerei- und Yachthafen und zahlreiche Geschäfte, die fangfrischen Fisch anbieten. Diese Läden sind ein Erlebnis, große Becken mit Hummern und alle möglichen Fische und Fischfilets kann man dort sehen. In Howth gibt es auch besonders guten "Fish and Chips", was ich jetzt bestätigen kann. Es war wirklich lecker.

Ich habe mich ausgiebig im Hafen und im Ort umgeschaut und bin dann noch zum Howth Castle (in Privatbesitz, nicht zu besichtigen) und einem großen Golfhotel gewandert. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick auf die Bucht von Dublin und auf die Howth vorgelagerte Insel "Ireland's Eye". Auf der Halbinsel kann man auch schöne Spaziergänge und Wanderungen an den Klippen entlang machen, aber das hebe mich mir fürs nächste Mal auf.

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