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Gemeinsam in Kalifornien 
von Marion

Die letzten Tage verbrachte ich u.a. mit diversen Vorbereitungen für meinen Aufenthalt in Kalifornien. Nachdem nun am letzten Freitag endlich meine Flugtickets angekommen waren, konnte es heute losgehen. Zurückkommen nach Dublin werde ich am 9. November, während Karsten noch bis zum 9. Dezember in Mountain View bleibt.

Heute morgen war ich sehr früh in Dublin am Flughafen, konnte aber trotzdem gleich einchecken. Das war gut, ich war mein Gepäck los und konnte mich in Ruhe umschauen. Danach habe ich mich noch eine Weile vor eine Fensterfront gesetzt, von der aus man die Start- und Landbahn gut im Blick hatte. Das geht dort echt wie das Brezelbacken, im Minutentakt kommen Flugzeuge runter und starten welche, am Ende der Startbahn stehen immer ein paar Flugzeuge und warten auf den Start.
Um 10:30 Uhr durfte ich in den "Gatebereich", von dem mein Flugzeug starten würde. Vorher musste ich schon Visa-Waiver-Formular und Zoll-Formular für die USA ausfüllen, da wurde am Eingang des Gate-Bereichs aber nur ein kurzer Blick drauf geworfen. Dann gab es zwei Wegweiser, einer für USA-Bürger und einer für alle anderen. Da hab ich mich schon ein bisschen gewundert. Ich bin dann um eine Ecke gebogen und fand mich in einer langen, gewundenen Schlange wieder, die vor der US-Einwanderungsbehörde wartete. Ich hatte nicht erwartet, dass diese Prozedur schon in Dublin stattfindet, bei Karsten war das erst in San Francisco gewesen. Da stand ich also in einer Schlange voller wartender, nervöser Menschen. Nervös waren alle, weil die Abflugzeiten bei allen Wartenden nicht mehr lange hin waren (man durfte erst 75 Minuten vor Abflug in diesen Bereich, bei mir eben 10:30 Uhr) und die Schlange sich nur sehr langsam bewegte. Ab und zu liefen dann auch Mitarbeiter von Airlines durch die Reihen und fragten, ob jemand einen bestimmten Flug gebucht hatte. Diese Leute wurden dann vorgelassen, damit sie es noch rechtzeitig schafften. Aber insgesamt ist das schon ein ziemlich blödes System. Ich kam etwa 20 Minuten vor meinem Abflug dran, wurde kurz befragt, was ich in den USA will, musste Fingerabdrücke scannen und mich fotografieren lassen. Dann wurde mein Pass noch in einen Extraraum gebracht zur Kontrolle, ich sollte davor warten. Das war schon komisch, aber wahrscheinlich lag es daran, dass ich keinen irischen Pass hatte. Vielleicht war es aber auch nur eine Stichprobe. Mit mir warteten vor dem Raum noch weitere Leute auf ihren Pass. Dort kam dann auch mal eine Aer Lingus-Mitarbeiterin vorbei und fragte, ob wir nach L.A. wollten. Zum Glück hatten meine "Mitwartenden" den gleichen Flug gebucht, denn ich war nun schon etwas nervös ob der Zeit. Aber dann bekam ich meinen Pass zurück, ging rüber zum Gate und konnte sofort einsteigen.
Das Flugzeug war ein Airbus mit 2-4-2 Bestuhlung, ich hatte einen Gangplatz im 4er-Block, wobei aber der Platz neben mir frei war. Das war schon sehr angenehm. Nach mir stiegen noch ein paar weitere Leute ein, aber dann ging es auch schon los.
Unterhaltung und Verpflegung beim Flug waren sehr gut. Es gab ein warmes Mittagessen, "nachmittags" ein Scone (eine Art Rosinenbrötchen) mit Marmelade und "abends" ein Wrap mit Huhn und Salat, dazu noch diverse Snacks (Süßigkeiten, Knabberzeug, Joghurt, ...) - alles sehr lecker! Alkoholfreie Getränke gab es natürlich so oft und so viel man wollte.
Jeder Fluggast hatte seinen eigenen Monitor im Sitz vor sich, dort konnte man Filme schauen (ein Hauptkanal mit drei Filmen nacheinander, sowie 8 weitere Kanäle mit anderen Filmen oder Sendungen, die in einer Schleife liefen), diverse Musiksender anhören und Computerspiele spielen. Ich habe mir drei Filme angeschaut, ein bisschen gespielt und Hörbuch (auf meinem MP3-Player) gehört. So ging die Zeit (10,5 Stunden) eigentlich ganz gut rum. Die 9 Stunden nach New York 2000 kamen mir länger vor, aber da gab es auch noch kein so extensives Unterhaltungsprogramm ...
In L.A. musste ich dann meinen Koffer vom Gepäckband holen (Das ging zum Glück schnell!), durch den Zoll (mein Formular wurde mir abgenommen und ich sonst nur durchgewunken) und in eine andere Halle, wo ich den Koffer an einer bestimmten Stelle wieder abliefern musste. Er war zwar in Dublin schon bis nach San Francisco durchgecheckt worden, aber man muss den dort trotzdem als seinen eigenen identifizieren, deshalb kommt es zu dieser etwas umständlichen Prozedur. Wie das nun genau funktioniert, habe ich auch nur durch mehrfaches Fragen herausgefunden. Als ich den Koffer abgegeben hatte, habe ich wieder gefragt, wo ich denn nun als nächstes hin muss. Ich hatte nämlich noch keine Bordkarte für den Flug nach San Francisco, die würde ich erst hier bekommen. Da musste ich dann allen Ernstes aus dem Flughafengebäude heraus, dort ein Stück entlang laufen bis zum richtigen Terminal und dort wieder rein. Auch dort war mir wieder nicht klar, wohin als nächstes (solche Anzeigetafeln mit Flugnummer und zugehörigem Schalter gab's dort nicht), also wieder gefragt. Die Mitarbeiterin, die ich diesmal erwischt hatte, ging mit mir zu einem Selbstbedienungs-Checkin, gab irgendwelche Codes und Nummern von meinem E-Ticket in den Computer ein und ich hatte meine Bordkarte. Auf dem Weg zum Gate musste ich dann nochmal durch die Handgepäckkontrolle, diesmal musste man sogar die Schuhe ausziehen!
Das Flugzeug nach San Francisco war dann ein Super 80, in so einem bin ich noch nie geflogen. Die Bestuhlung war 2-3, ich hatte einen Mittelplatz im 3er-Teil. Für die kurze Zeit (der Flug dauerte nur etwa eine Stunde) ging das aber. Aus dem Fenster konnte man bei diesem Flug sehr schön die kalifornische Küste und die Berge sehen.
In San Francisco angekommen, gab es diesmal keine Formalitäten mehr (war ja nur ein inner-amerikanischer Flug). Noch vor der Gepäckabholung wartete schon Karsten auf mich :-). Gemeinsam haben wir dann meinen Koffer vom Band geholt, ins Mietauto verfrachtet und sind nach Mountain View gefahren. Das Apartment ist nett und man hat vor allem schön viel Platz. Nachdem wir noch kurz was essen waren, bin ich dann ziemlich erschöpft ins Bett gefallen.

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Natur und Kunst 
von Marion

Dieses Wochenende hatte ich ein ausgewogenes Kontrastprogramm ;-).

Gestern, am Samstag, bin ich nach Norden auf die Halbinsel Howth gefahren und habe dort eine Küstenwanderung gemacht. Das Wetter war traumhaft schön und die Ausblicke von dem schmalen Pfad über den Klippen sind zum Teil wirklich atemberaubend. Nur die Wegbeschilderung könnte etwas besser sein: Es gibt zwar an den markanten Punkten der Halbinsel Tafeln, auf denen farblich codierte Wanderwege eingezeichnet sind, aber auf den Wegen findet man diese farbigen Markierungen nicht. Da muss man sich dann teilweise auf den Orientierungssinn verlassen. Auch ärgerlich: Die Karten und Straßenatlanten, die man im Laden kaufen kann, sind manchmal fehlerbehaftet. Ich habe schon ein paar Mal festgestellt, dass Straßen bzw. Wege falsch eingezeichnet waren oder aber sogar Straßen auf der Karte verzeichnet waren, die gar nicht existierten.

Heute war ich in der Dubliner Nationalgalerie. Der Eintritt ist wie in fast allen Museen hier kostenlos und es gibt sogar einen kostenlosen Audioguide, der die wichtigsten Bilder beschreibt. Mit der Eremitage oder dem Louvre ist die Galerie nicht zu vergleichen, doch es gibt ein paar sehr interessante Bilder zu sehen, u.a. einen Caravaggio, einen Vermeer, einen Monet, ein paar Bilder von Rubens u.v.m.

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Ein Tag in San Francisco 
Gestern sind Vlad und ich nun nach San Francisco (SF) gefahren und haben uns die Stadt angesehen. Vlad kommt aus Rumaenien und arbeitet normalerweise auch in Dublin fuer Google, er ist genau wie ich zum Training in Mountain View. Statt mit dem Auto nach SF zu fahren, haben wir den Caltrain genommen, eine Eisenbahnlinie von San Jose bis nach SF. Hin- und Rueckfahrt haben zusammen pro Person etwa 10$ gekostet, dafuer ist man ohne Parkplatzsorgen direkt in Downtown SF.

Vom Eisenbahndepot aus sind wir dann kreuz und quer durch die Stadt gelaufen, ueber alles mehr als 20 Kilometer in etwa sechs Stunden. Neben Chinatown (selbst die Geldautomaten sprechen dort chinesisch) und dem Touristengebiet "Fisherman's Wharf" haben wir auch die Cable Cars und in der Ferne Alcatraz und die Golden Gate Bridge gesehen. Die Strassen sind zum Teil wirklich irre steil und mit Treppen auf den Buergersteigen, von oben bietet sich dann aber ein toller Blick ueber die Stadt. Auch mit dem Wetter hatten wir Glueck, es war nicht zu kalt (auch hier wird es Herbst!) und wir hatten weitgehend Sonne. Nur die Golden Gate Bridge lag wie wohl fast immer in einer Mischung aus Dunst und Wolken.

So richtig das erste Mal hab ich hier "Haeuserschluchten" gesehen, von Chinatown aus in den Finanzbezirk hinunter. Breite vier- bis sechsspurige Strassen verschwinden einfach zwischen Wolkenkratzern. Durch den Niveauunterschied (Chinatown lieg vergleichsweise hoch und hat eher niedrige Haeuser) und die schnurgeraden Strassen entsteht ein fast surrealer Effekt. Touristen waren auch durchaus eine ganze Reihe in der Stadt, besonders an den "speziellen" Orten: Chinatown, Lombard-Street (die mit den vielen Kurven), Fisherman's Wharf und natuerlich bei den Cable Cars - an den Endhaltestellen standen lange Schlangen. Nicht jeder Wagen, der wie ein Cable Car aussieht, ist aber eines, es fahren eine ganze Reihe aehnlich aussehender Busse fuer Stadtrundfahrten usw. herum. Witzigerweise war in einer der Veranstaltungshallen am Hafen auch noch "Oktoberfest" mit einer wirklich unglaublich langen Schlange vor dem Eingang (so 200-300 Meter mindestens). Viele Amerikaner hatten eigene Masskruege dabei, einige kamen in Dirndl, Lederhose oder mit Filzhut ...

Ein zweistuendiger Marsch entlang der Docks brachte uns schliesslich zum Bahnhof zurueck, da taten die Knie nach dem Tag dann durchaus weh ;-)

Ein Cable Car, im Hintergrund die ehemalige Gefaengnisinsel Alcatraz Strassenschlucht in San Francisco Unsere Marschroute Lombard Street - die wohl kurvenreichste Strasse der Welt

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Ich glaub, ich werde dick 
von Karsten

Als wir vor meinem Abflug nach Amerika meinen Koffer gewogen haben (indem ich ihn auf der Waage stehend hochhob), war schon auffaellig, dass ich irgendwie zwei oder drei Kilo schwerer war als Ende August, als wir auf die gleiche Weise unsere Umzugskisten gewogen haben. Nungut, das war bestimmt der Pullover und der Schluesselbund in der Tasche ;-)

Inzwischen habe ich aber das Gefuehl, hier gemaestet zu werden. Heute hatte ich zum Beispiel zum Fruehstueck Ruehrei, einen Blaubeerpancake mit ein paar frischen Fruechten und einen halben Bagel mit Bio-Erdbeermarmelade. (Gestern hatte ich noch einen ganzen Bagel - ich halte mich schon zurueck!) Zum Mittag gab es dann mexikanisches Essen: Eingelegtes Rind- und Huehnerfleisch mit Nachos und Reis, dazu sowas wie Ratatouille und etwas Salat. Mitgenommen hab ich mir zwei Erdnussbutter-Schoko-Kekse und ein Stueck Schoko-Pekannuss-Kuchen. Zum Abendessen gab es schliesslich Kartoffeln in Kraeuterkruste mit Schweinefleisch, gekochte Weinblaetter mit roten Zwiebeln und etwas Salat. Anschliessend konnte ich mir noch ein Stueck Kuchen mit Schokostuecken nicht verkneifen ...

Ich sollte mir wohl noch darueber Gedanken machen, ob ich nicht fuer die Zeit hier regelmaessig in den Google-Fitnessclub gehe. Wenn ich da hoere, dass ein Dubliner Kollege waehrend seiner Zeit hier fast 30 Pfund zugelegt hat, dann scheint mir das doch sehr geboten. Die Arbeit hier ist zwar ohne Frage geistig sehr anregend (heute z.B. ein Vortrag von Guido van Rossum, Erfinder meiner Lieblings-Programmiersprache), aber koerperlich ist es noch weniger fordernd als mein letzter Job in Chemnitz.

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Der Nahverkehr in Dublin 
von Marion

Von mir gibt es zur Zeit nicht allzu viel Neues. Ich bin tagsüber gut mit der Jobsuche beschäftigt (da tut sich jetzt einiges) und muss ständig erreichbar sein, daher kann ich nicht viel unternehmen.

Deshalb will ich heute mal zum Thema Nahverkehr in Dublin was schreiben. Dublin ist ja nun eine Landeshauptstadt mit mehr als einer halben Million Einwohner (Tendenz ständig steigend) und was gibt es an Nahverkehr? Ein unübersichtliches Busnetz, zwei (!) Straßenbahnlinien und eine Art S-Bahn (DART). Das war's! Es ist kaum vorstellbar.

Wenn man neu nach Dublin kommt, wird einem immer gesagt, man solle sich möglichst nicht auf das Busnetz verlassen. Die Busse haben nur einen "Ungefähr-Fahrplan" und es gibt irgendwie keinen Überblicksplan, welcher Bus denn nun wohin fährt (zumindest habe ich noch keinen gefunden). Bis jetzt sind wir hier in Dublin auch noch nie Bus gefahren. Ich war einmal im zentralen Büro der Busgesellschaft, um einen Netzplan aufzutreiben, aber es gibt keinen! Es gibt einen riesigen Ständer mit Fahrplan-Blättern für die einzelnen Linien, aber wenn man nicht weiß, wo welche Linie langfährt, ist es recht schwierig herauszufinden, welchen Fahrplan man nun braucht. Auf den Fahrplänen stehen zwar die Haltestellen drauf, aber es bedarf sehr viel Geduld und eines guten Stadtplans, um aus den zig Linien nun die herauszufinden, die bei einem in der Nähe vorbeifahren. Da ist es einfacher, direkt an der Bushaltestelle in der Nähe nachzuschauen, welche Linien dort halten. In unserem Fall geht das zum Glück, aber an vielen Bushaltestellen stehen gar keine Linien dran. Da muss man also noch kreativer sein ;-).
Ich habe auch noch nicht herausgefunden, wo die Bushaltestelle "City Centre" ist, von der hier viele Linien abfahren (Das City Centre ist groß!). Ich vermute, es ist der Busbahnhof, bin aber nicht sicher. Vielleicht muss ich einfach mal auf gut Glück hinfahren ;-)

Dann gibt es noch zwei Straßenbahnlinien, die sogenannten "Luas". Diese erschließen die südlichen Stadtteile Dublins und fahren auch alle paar Minuten, sind aber trotzdem meistens überfüllt. Im Norden von Dublin fahren keine Straßenbahnen. Zwischen den beiden Linien umsteigen kann man übrigens auch nicht.

Wir benutzen im Moment fast ausschließlich den DART. Die Google-Gebäude sind direkt an einer DART-Station und wir haben unsere Wohnung auch danach ausgesucht, dass sie möglichst gut vom DART aus erreichbar ist. Leider fährt der DART nicht so oft, wie es eigentlich nötig wäre. Die Abstände sind ziemlich unregelmäßig, in der Woche fährt er so ungefähr alle 15 Minuten, am Wochenende muss man dann auch schon mal ne halbe Stunde warten. In der Rush Hour morgens und abends sind die Züge auch hoffnungslos überfüllt.
Was noch dazu kommt: DART heißt ja eigentlich Dublin Area Rapid Transport. Aber von "Rapid" kann man nicht wirklich reden. Die Züge zuckeln gemütlich vor sich hin, bleiben an Haltestellen und auf Brücken auch gern mal ein paar Minuten stehen - Fahrplan hin oder her -, um auf irgendwas zu warten. Ich habe es auch schon mehrfach erlebt, dass ein Zug einfach nicht weiterfuhr, weil er kaputt war.

Für die Zukunft gibt es hier in Dublin hochfliegende Pläne: Die Luas-Linien sollen erweitert werden, es sollen neue Linien hinzukommen und auch eine U-Bahn ist geplant. Wir sind gespannt, ob wir davon noch etwas erleben, so lange wir hier sind ;-). Notwendig ist es auf jeden Fall.

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