>
Nichts Neues 
von Marion

So langsam beruhigt sich unser Leben und es geschehen nicht mehr täglich neue spannende Dinge. Es kann also sein, dass es zukünftig vielleicht nicht mehr jeden Tag einen Eintrag gibt, aber wir werden uns natürlich bemühen, trotzdem regelmäßig etwas zu schreiben.

Bald steht ja schon das nächste Abenteuer "Amerika" an, und da gibt es sicher auch wieder viel zu berichten. Wir werden uns auch bemühen, das Ganze mehr mit Bildern auszuschmücken, damit ihr es euch besser vorstellen könnt. Die alten Einträge werden wir auch nach und nach noch um Bilder ergänzen, es lohnt sich also, da ab und zu nochmal reinzuschauen.

Eine kleine Bereicherung des irischen Lebens habe ich heute noch zu berichten: Ich habe endlich richtiges Brot gefunden! Das ist hier nämlich gar nicht so einfach, es gibt ohne Ende labbrigen Toast und weiche Brötchen, aber nichts "Richtiges". Ein paar knusprige Brötchen und Baguettes kann man im Supermarkt aber sogar täglich frisch kaufen (so normale Bäckergeschäfte wie in Deutschland gibt es hier nur ganz wenige in der Innenstadt, und dann haben die natürlich auch ein anderes Angebot). Im gleichen Regal liegen auch ein paar Backwaren, die vom Äußeren her an Brot erinnern. Die habe ich mich nun, seit wir hier wohnen, alle durchprobiert, angefangen beim preisgünstigsten. Bis jetzt war alles nicht so toll, die meisten sind weich, furchtbar krümelig und schmecken süßlich. Als Abwechslung ganz ok, aber nichts auf Dauer. Nun war ich heute beim teuersten Brot angelangt (fast vier Euro für einen kleinen Laib), und das schmeckt tatsächlich wie richtiges Mehrkorn-Brot :-)!
Übrigens gibt es hier einige wenige Aldi- und Lidl-Supermärkte. In einem Lidl waren wir mal, aber der hat auch ein sehr irisches Angebot und nur sehr wenige deutsche Produkte. Es gab zwar eine Sorte dunkles Vollkornbrot, aber das ist nun mal nicht so sehr mein Geschmack. Mit dem jetzt gefundenen Brot dürfte ich aber ganz gut glücklich werden :-).

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Restaurant in der Kirche 
von Marion

Eigentlich hatten wir heute einen neuen Anlauf geplant, um unseren Gutschein für die Walking Tour einzulösen. Aber Petrus hat anscheinend was gegen Stadtrundgänge, jedenfalls schüttete es schon wieder wie aus Kübeln. Also blieben wir zu Hause und haben dort noch etwas von dem ganzen Papierkram erledigt, den ein Umzug so mit sich bringt. Die Walking Tour müssen wir nun leider aufs nächste Frühjahr verschieben, da Karsten ja nächsten Samstag schon nach Amerika fliegt und die Walking Tour Saison nur bis Ende Oktober geht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Nachmittags wurde das Wetter wieder besser und wir sind nochmal in die Stadt gefahren, um etwas einzukaufen und schön essen zu gehen. Wir hatten von einem interessanten Restaurant gehört, das sich in einer ehemaligen Kirche befindet. Genaugenommen sind es sogar vier verschiedene Restaurants, wer mag kann hier mal schauen. Wir waren im Gallery Restaurant, also oben auf der Empore, und hatten einen Tisch direkt an der Brüstung und direkt unterhalb der Orgel. Das war schon beeindruckend, und das Essen war auch sehr, sehr lecker!

In den Restaurants bekommt man hier übrigens überall kostenlos Leitungswasser zum Essen dazu. Das irische Leitungswasser hat eine sehr gute Qualität und schmeckt auch sehr gut. Da die Restaurantpreise meist recht hoch sind, ist das eine gute Möglichkeit ein wenig zu sparen.

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Gefängnis-Besichtigung 
von Marion

Heute morgen haben wir unsere Flüge für Weihnachten gebucht, wir werden am 20.12. abends von Belfast nach Leipzig und am 26.12. abends von Berlin nach Dublin. Effektiv sind wir also vom 21.-26.12. in Chemnitz. Ich weiß zwar noch nicht, ob sich das dann mit meiner Arbeit, die ich dann hoffentlich haben werde, vereinbaren lässt, aber irgendwie wird's schon gehen.

Ansonsten haben wir heute unser Besichtigungsprogramm von Dublin fortgesetzt (wir sind noch lange nicht durch ;-)). Diesmal ging es ins "Kilmainham Gaol", ein ehemaliges Gefängnis, das jetzt ein Museum ist. Wir erlebten eine sehr anschauliche Führung durch das schaurige Gebäude mit vielen interessanten Details. Man kann dort viel über die irische Geschichte lernen, z.B. über die große Hungersnot, bei der ein Pilz die Kartoffelernte vernichtete und damit den Iren, die sich zu der Zeit fast ausschließlich von Kartoffeln ernährten, die Lebensgrundlage entzog. Eine Million Iren sind in den folgenden Jahren an Hunger und den damit verbundenen Krankheiten gestorben, weitere 1,5 Millionen sind ausgewandert. Zu der Zeit war das Gefängnis immer überfüllt, da die Menschen mit Absicht kleinere Verbrechen begingen, um für einige Zeit hinter Gittern wenigstens die karge, aber zuverlässige tägliche Gefängnisration zu bekommen. Außerdem wurden in Kilmainham Gaol 14 der 16 Anführer des Osteraufstandes von 1916 exekutiert. Diese Exekutionen führten zu einem Aufschrei in der Bevölkerung, der schließlich nach einigen Kriegsjahren zur Unabhängigkeit Irlands führte. (Man möge mir hier bitte eventuelle Ungenauigkeiten verzeihen, so ganz bewandert bin ich in der irischen Geschichte noch nicht ...)

Anschließend haben wir noch einen kleinen Teil des Phoenix Parks (ja, schon wieder ein Park ;-)) erkundet. Der Phoenix Park ist laut unserem Reiseführer der größte Stadtpark Europas, er ist mehr als doppelt so groß wie der New Yorker Central Park und größer als alle Londoner Parks zusammen. An Grünflächen fehlt es hier also wirklich nicht. Bei Gelegenheit (wird wohl erst nächstes Jahr) werden wir den Park mal mit den Fahrrädern erkunden.

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
DON'T do it yourself 
von Marion

Irland hat schon ein ziemlich gewöhnungsbedürftiges Mietsystem. In Deutschland ist es ja so, dass man eine Wohnung im Normalfall leer übernimmt, dann für die Mietdauer (fast) alles damit machen kann, was man will, und sie schließlich irgendwann im vereinbarten Zustand wieder übergibt. Das ist hier völlig anders. Nicht nur, dass die Wohnungen hier nahezu ausschließlich möbliert sind, man darf auch bei weitem nicht so viel selbst machen wie in Deutschland.

Wenn wir zusätzliche Möbel (ausgenommen Kleinkram wie mal ein kleines Regal) brauchen, fragen wir die Vermieterin, die uns die Möbel besorgt. Wie die dann aussehen, darauf haben wir natürlich keinen Einfluss ...

Was wir auf gar keinen Fall dürfen, ist etwas an die Wand schrauben. Regale zum Aufhängen sind schon von Anfang an kategorisch abgelehnt worden. Dabei könnte ja schließlich die Wand beschädigt werden! Deswegen liegt unser schönes großes Bücherregal, das wir aus Deutschland mitgebracht haben, jetzt auch auf dem Dachboden. Bilder aufhängen ist zwar erlaubt, aber selber machen ist nicht - dazu kommt der "Handwerker des Vertrauens", der die Wände auch ja nicht kaputt macht. Dieser war dann heute da - übrigens der gleiche, der so professionell den Strom für den Wäschetrockner gelegt hat - und hat ein paar Bilder aufgehängt. Die Löcher in die Wand hat er dabei mit einem Schraubenzieher gebohrt ...

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink
Weitere Formalitäten 
von Marion

Heute morgen stattete ich der deutschen Botschaft in Dublin einen Besuch ab, um unsere irische Adresse in unsere deutschen Pässe eintragen zu lassen. Da es in Irland keine Meldebehörde gibt, haben wir nur darüber eine Chance nachzuweisen, dass wir tatsächlich unter einer irischen Adresse leben. Und einige deutsche Institutionen benötigen eben unbedingt einen "offiziellen Nachweis", um eine Adressänderung zu akzeptieren. Leider war ich bei der Botschaft noch nicht erfolgreich, ich hatte nicht alle notwendigen Papiere dabei (und dabei hatte ich ziemlich viele Papiere mitgenommen!). Außerdem muss Karsten natürlich persönlich erscheinen, anders geht es nicht ... Also werden wir da in den nächsten Tagen nochmal hingehen müssen.

Anschließend besuchte ich Karsten bei Google, er hatte mich für heute als Besucher angekündigt. Der Rundgang und das Mittagessen waren sehr nett ;-)

Am Nachmittag habe ich dann im "Social Welfare Office" (eine Mischung aus Arbeitsamt und Sozialamt) eine PPS-Nummer (das irische Äquivalent zu einer Sozialversicherungsnummer) beantragt. Diese Nummer braucht man, um hier arbeiten zu können. Da fühlte ich mich dann fast schon heimisch, es ging zu wie auf einem deutschen Amt: Anstehen am Empfang, Ausgabe von Wartenummern, Ausfüllen diverser Formulare, ... Meine PPS-Nummer wird mir dann laut Auskunft innerhalb von zwei Wochen per Post zugeschickt (Karsten hat seine übrigens schon).

[ Eintrag ansehen ]   |  Permanentlink

Zurück Weiter
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 |