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Chicago! 
von Marion

Nein, ich bin nicht mal eben nach Chicago geflogen ;-). Aber ich habe mir heute das Musical "Chicago" im Orpheum-Theater in San Francisco angeschaut. Leider haben Karsten und ich keinen Termin gefunden, an dem wir hätten zusammen gehen können, deshalb war ich heute allein in der Nachmittagsvorstellung.

Das Orpheum-Theater ist ziemlich groß, es passen mehr als 2200 Leute rein. Es gibt einen großen Parkett-Bereich und zwei Ränge. Innen sieht das Theater interessant aus, aber nicht luxuriös oder prunkvoll. Man sieht, dass es schon etwas älter ist. Ich hatte einen genialen Platz in der 10. Reihe im Parkett genau in der Mitte. So konnte ich die Bühne wunderbar überblicken, aber auch noch die Gesichter gut erkennen.

Wie schon in dem Broadway-Theater, in dem ich 2000 mal war, gab es auch hier keine Garderobe. Es ist schon etwas befremdlich, wenn alle Besucher ihre Jacken, Taschen, Einkaufstüten usw. mit in den Zuschauerraum nehmen und versuchen, in den schmalen Sitzreihen zu verstauen.

Die Vorstellung selbst war absolute Spitze! Gesanglich und tänzerisch war alles so, wie man sich das wünscht. Die beiden Hauptdarstellerinnen, die diese Rollen auch schon am Broadway gespielt haben, waren sehr überzeugend und richtig, richtig gut. Billy Flynn wurde von dem relativ bekannten Rocksänger Huey Lewis gespielt. Vom darstellerischen Aspekt her war er klasse, doch der Stimme fehlte manchmal die letzte Durchzugskraft. Mit am besten fand ich den männlichen Darsteller von Mary Sunshine (R. Bean) - der hatte eine unglaubliche Sopran-Opernstimme! Viele im Publikum waren ziemlich schockiert, als er dann gegen Ende auf der Bühne als Mann enttarnt wurde ;-).

Ein richtiges Bühnenbild gab es eigentlich nicht: Auf der Bühne befand sich ein großer Aufbau mit unterschiedlichen Ebenen, auf denen die Musiker (ein Pianist, ein Geiger, ein Bassist, ein Schlagzeuger und 8 Blechbläser) und der Dirigent ihren Platz hatten und der auch als Spielort, z.B. für Auf- und Abgänge, genutzt wurde. Das restliche Bühnenbild wurde mit Stühlen und Tischen angedeutet. Insgesamt hat das auch überhaupt nicht gestört, nur beim Zellblocktango hätte ich mir etwas mehr Gefängnis-Atmosphäre gewünscht.

Alles in allem hatte ich einen wunderschönen Nachmittag und der Theaterbesuch hat sich absolut gelohnt!

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Halloween! 
von Karsten

Ein typisch US-amerikanisches Fest ist Halloween, am 31. Oktober. Banken und Aemter haben geschlossen, das Fernsehen bringt Halloween-Specials der ueblichen Serien und Abends laufen die Kinder verkleidet von Haus zu Haus und fordern "Trick or Treat" - Suessigkeiten oder es wird etwas angestellt. Schon waehrend unseres Ausflugs nach Yosemite hatten wir auch den typischen Schmuck gesehen: Gespenster, Spinnennetze und die bekannten geschnitzten Kuerbisse waren an einigen Haeusern und fast allen Geschaeften zu sehen. Bei Google ist Halloween traditionell eine gross gefeierte Party, mit Kostuemwettbewerb, Kinderbetreuung und allem was die Kueche hergibt. Das Motto dieses Jahr: Booooogle - der Innenhof des Google-Komplexes war im Stil eines Piratenschiffes geschmueckt.

Marion kam am fruehen Nachmittag zu Google raus und zusammen haben wir uns dann den Kostuemwettbewerb angesehen. Unglaublich auf was fuer Ideen einige Leute kommen! Die Kostueme waren zum Teil auch erstaunlich aufwendig und zurechtgebastelt, ganze Gruppen hatten sich zusammengetan um einheitlich ein Thema darzustellen. Herausragend war die "Michael Jackson" Gruppe, die mit fuenf Personen Schritte seiner Evolution von einem schwarzen Jungen zu einer weissen Frau darstellten. Toll auch "Brittney Spears und Kevin Federline", mit filmreifen Nachspielen bekannter Szenen aus ihrem Leben. Den absoluten Lacher und Preis als "beste Gruppe" raeumte aber die "komplette Achse des Boesen" ab: Fidel Castro, Bin Laden, Kim Jong-Il - und George Bush. :-)

Eigentlich hatten wir dann damit gerechnet, zurueck in Mountain View auf rumlaufende Gruppen Kinder zu treffen und uns schon ueberlegt, wo wir Suessigkeiten herbekommen. Doch meine Kollegen meinten tagsueber schon, das Mountain View diesbezueglich eher langweilig ist, auch Halloween-Partys finden nur harmlos statt. (Ganz anders als in San Francisco, wo wohl jedes Jahr in der Innenstadt gross gefeiert wird, was Mobilfunk und Nahverkehr zum Erliegen bringt.) Wir haben dann Abends auch tatsaechlich kaum Kinder gesehen, vielleicht ist "Trick or Treat" auf dem Land eher verbreitet...

Der Innenhof mit Piratenschiff Kostueme

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Yosemite, Tag 2 
von Marion

Heute morgen fuhren wir über Oakhurst zum südlichen Eingang des Parks, wo sich die Mariposa Grove mit Giant Sequoias (Riesenmammutbäume) befindet. Schon am Parkplatz kann man den "Fallen Monarch" sehen, einst der größte Baum in der Grove und nun ein gigantischer Baumstamm, der neben der Straße liegt. Die Mariposa Grove erkundet man am besten zu Fuß, auch wenn es eine Art offene Bahn gibt, mit der man die interessantesten Punkte abfahren kann. Zu Fuß ist es jedoch viel schöner, man kann sich soviel Zeit lassen, wie man möchte, um die riesigen Bäume zu betrachten und die vielfältige Tierwelt zu beobachten.

Einer der größten und ältesten Bäume der Grove ist der sogenannte "Grizzly Giant". Mit einer Höhe von 61 Metern und einem Stammdurchmesser von mehr als 9 Metern hat er schon gewaltige Ausmaße, doch besonders beeindruckend ist die Größe seiner Krone. Einige der "Äste" sind größer als die umstehenden Bäume.

Gleich in der Nähe steht der "California Tunnel Tree", in den ein großer Durchgang geschnitten wurde. Heute würde das natürlich niemand mehr machen. Einen weiteren, noch größeren "Tunnel-Baum" gab es an einer anderen Stelle im Park. Durch den "Wawona Tunnel Tree" konnten Autos und Kutschen hindurch fahren, doch im Winter 1968 fiel der Baum schließlich um. Da Sequoias kein besonders tiefes Wurzelwerk haben, fallen die Bäume bei besonderer Belastung der Wurzelgegend irgendwann um.

Im oberen Bereich der Mariposa Grove steht ein kleines Museum, das jedoch leider schon geschlossen hatte (nur in der Hauptsaison geöffnet). Wir sind von dort aus noch weiter gelaufen bis zum Wawona Aussichtspunkt, von dem aus man einen tollen Blick auf den südlichen Teil des Yosemite-Parks hat. Der Parkplatz liegt übrigens auf 5600 Fuß Höhe (ca. 1700 Meter), von dort aus gehen die Wanderwege stetig bergauf bis zum Aussichtspunkt auf 6810 Fuß (ca. 2075 Meter). Der Rückweg bergab geht dann deutlich schneller als der doch ein wenig schweißtreibende Aufstieg.

Nach einem kurzen Abstecher nach Wawona, einem kleinen Ort im südlichen Teil von Yosemite, fuhren wir noch einmal ins Yosemite-Tal. Der "Bridalveil Fall" ("Brautschleier-Wasserfall") ist auch einer der wenigen Wasserfälle im Tal, die noch im Herbst Wasser führen. Der kleine Spaziergang vom Parkplatz bis zum Wasserfall ist auf jeden Fall lohnenswert.

Im Park haben wir - wie man an den Bildern unten sehen kann - eine ganze Reihe verschiedener Tiere beobachten können. Kleine, einheimische Hirsche (Maultierhirsche) haben wir des öfteren gesehen, Heerscharen von Eichhörnchen und kleinen Streifenhörnchen, interessante Vögel, u.v.m. Leider haben wir keinen Bären gesehen (Im Park gibt es eine ganze Reihe Schwarzbären, weshalb die Mülleimer im Park auch alle "bärensicher" sind.), aber dafür waren wir wohl nicht weit genug weg von den Straßen. Auch die im Yosemite beheimateten Pumas und Kojoten haben wir nicht zu Gesicht bekommen. Ganz froh war ich jedoch, dass wir auch keinen Klapperschlangen, Skorpionen, Schwarzen Witwen oder Taranteln begegnet sind ;-).

Da es durch die Zeitumstellung heute schon eine Stunde früher dunkel wurde, blieb uns dann leider nicht mehr viel Zeit. Eigentlich müsste man im Yosemite ein oder zwei Wochen Urlaub haben, um alles in Ruhe zu erwandern, Radtouren im Yosemite Valley oder einen Ausritt zu machen. Doch leider war unsere Zeit halt doch begrenzt. Wir verließen den Park auf der nördlichen Route (auch eine sehr schöne, kurvenreiche Strecke) und erreichten nach etwa 4,5 Stunden Fahrt Mountain View.

bärensichere Mülleimer eine Maultierhirschkuh und ihr Junges der Grizzly Giant das kleine Mariposa Grove Museum inmitten riesiger Bäume eine große Amerikanerkrähe da kommt man sich schon winzig vor ... Manchmal frisst sich das Feuer von unten durch die trockenen Teile des Stamms und lässt solche Bögen entstehen. ein Streifenhörnchen Bridalveil Fall

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Yosemite, Tag 1 
von Marion

Die Fahrt von Mariposa in den Yosemite-Park führt auf einer wunderschönen, gewundenen Straße durch die Sierra Nevada. An einer Stelle in einem engen Tal tauchten plötzlich Schilder auf: "Straße gesperrt, Umleitung benutzen". Kurz darauf kam eine Ampel, an der man informiert wurde, dass mit etwa 15 Minuten Wartezeit zu rechnen sei. So lange dauerte es zum Glück nicht, bis wir weiter fahren durften. Die Umleitung führte dann auf einer schmalen einspurigen Straße auf der anderen Seite des Tals entlang. Man konnte schön sehen, warum die richtige Straße gesperrt war: Ein großer Erdrutsch hatte die Straße unter sich begraben (siehe Foto). Das dürfte eine Weile dauern, bis das wieder frei geräumt ist.

Danach konnten wir unseren Weg aber ungehindert ins Yosemite-Tal fortsetzen. Die atemberaubende Schönheit dieses Fleckchens Erde kann man schlecht beschreiben, man muss sich das möglichst selbst einmal anschauen. Wir hoffen, mit unseren Fotos wenigstens einen kleinen Eindruck zu vermitteln.
Das Auto haben wir im Yosemite-Dorf abgestellt. Im Besucherzentrum haben wir uns über die Wetterlage informiert (alle Straßen waren zum Glück noch offen) und ein paar genauere Karten gekauft. Hinter dem Besucherzentrum führt ein kleiner Lehrpfad durch ein nachgebautes Dorf von Ahwahnee-Indianern - sehr hübsch gemacht. In einem kleinen Kino gibt ein halbstündiger Film "The Spirit of Yosemite" einen Eindruck vom Park. Wenn man wenig Zeit hat, kann man sich das aber auch sparen und lieber mehr "in natura" anschauen.

Vom Besucherzentrum sind wir zum Yosemite Fall gelaufen, das ist der höchste Wasserfall Nordamerikas und der fünfthöchste der Welt. Leider ist er im Spätsommer und Herbst normalerweise ausgetrocknet, da er von Schmelzwasser gespeist wird. Im Frühjahr soll der Anblick wirklich imposant sein. Als Besonderheit kann man im April oder Mai bei Vollmond einen Mondregenbogen über dem Wasserfall sehen.

Nach einem Mittagessen in der Yosemite Lodge nutzten wir einen der kostenlosen Shuttlebusse, um etwas weiter in das Tal hinein zu fahren. Von der Haltestelle "Happy Isles" wanderten wir zu einem Aussichtspunkt auf den Wasserfall "Vernal Fall", der auch im Herbst noch Wasser führt. Der Wanderweg war sehr schön, durchaus ein bisschen anstrengend (es ging ganz gut bergauf) und ziemlich bevölkert ;-). In der Hochsaison muss das der reinste Ameisenweg sein ...

Nach der Rückkehr ins Tal wanderten wir zurück ins Dorf, um unsere Erkundungen per Auto fortzusetzen. Auf der Straße durch das Tal gibt es eine ganze Reihe tolle Aussichtspunkte, die wir teilweise angesteuert haben. Auf der Straße zum Glacier Point, der unser nächstes Ziel war, liegt der berühmte "Tunnel View", ein grandioser Aussichtspunkt am Eingang eines langen Tunnels. Von dort kann man das ganze Yosemite-Tal mit all seinen markanten Felsen überblicken. Die Fahrt zum Glacier Point ist mit 32 Meilen ziemlich lang, man braucht etwa 45 Minuten dafür. Der Glacier Point selbst ist ein weiterer überwältigender Aussichtspunkt hoch über dem Tal. Wir waren kurz vor 18 Uhr dort, als die Abendsonne die Berge in ein wunderschönes weiches Licht tauchte.

Danach wurde es schnell dunkel und wir waren nach etwa eineinhalb Stunden Fahrt wieder zurück in Mariposa.

verschüttete Straße zwischen Mariposa und Yosemite goldener Herbst im Yosemite-Tal Yosemite Fall (zur Zeit ausgetrocknet) Der North Dome spiegelt sich im Merced River Granitfelsen umschließen das Yosemite-Tal, rechts der Half Dome Der Tunnel View Der Half Dome vom Glacier Point aus

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Fahrt zum Yosemite 
von Marion

Ein Besuch im Yosemite-Nationalpark stand schon von Anfang an auf unserer Wunschliste für den Amerika-Aufenthalt. Für amerikanische Verhältnisse ist er von San Francisco "nicht weit entfernt", aber vier bis fünf Stunden Autofahrt muss man trotzdem rechnen. Wir wollten daher freitags mittags losfahren, im Park oder in der Nähe zweimal übernachten und am Sonntag abend zurückfahren. Damit hätten wir fast zwei volle Tage im Park.

Mit der endgültigen Planung haben wir jedoch erst kurz vorher begonnen und mussten feststellen, dass wir für eine Übernachtung im Park etwa ein Jahr zu spät dran waren. Wenn man ein Zimmer in den Hotels dort haben möchte, sollte man nämlich ein Jahr im Voraus reservieren, sonst ist alles ausgebucht.

In den Orten in Parknähe gibt es jedoch auch eine Reihe von Hotels, die in den meisten Fällen auch noch Zimmer frei hatten. Allerdings waren die Übernachtsungspreise teils exorbitant und indirekt proportional zur Entfernung zum Park ;-). Wir haben uns dann für ein Motel in Mariposa entschieden, dessen Zimmerpreis zwar immer noch relativ hoch, aber erträglich war. Letztlich hat sich das als gute Wahl herausgestellt, da man von Mariposa aus in einer sinnvollen Zeit (etwa 1 Stunde) sowohl zum Yosemite-Tal als auch zum Südeingang des Parks (dort stehen die Riesenmammutbäume) fahren kann. Der Park ist wirklich sehr, sehr weitläufig und man fährt ganz schön weite Strecken zwischen den einzelnen Punkten.

Wir starteten also heute mittag gegen 14 Uhr Richtung Yosemite. Nachdem wir das Gewirr von Autobahnen rund um San Jose erfolgreich gemeistert hatten, standen wir rund um Dublin (Ja, wirklich! So heißt ein ziemlich großer Ort östlich von Oakland.) in einem ziemlich langen Stau. Doch irgendwann war auch das überstanden und wir fuhren weiter Richtung Sierra Nevada. Der letzte Teil der Fahrt führte von Merced nach Mariposa durch das richtige amerikanische Hinterland - flach, öde, hier und da mal ein einzelnes Haus. Witzig waren die Batterien an Briefkästen, die jeweils an den Abzweigen vom Highway standen (siehe Foto). Daran konnte man erkennen, dass dort irgendwo doch noch ein paar Häuser stehen mussten ;-).

Auf den Straßen lagen leider ziemlich häufig überfahrene Tiere - Hasen, Waschbären und auch mal ein Exemplar der einheimischen Hirschart. Am schlimmsten waren jedoch die toten Stinktiere, von denen wir dreien oder vieren begegnet sind. Der Geruch war echt durchdringend und hing jeweils für die nächsten paar Minuten im Auto.

Unser Motel in Mariposa war leicht gefunden, das Zimmer war riesig. Direkt gegenüber gab es ein sehr nettes Restaurant - Charles Street Dinner House - mit sehr leckerem Essen und köstlichem Knoblauchbrot ;-).

Briefkasten-Parade am Highway

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