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Weihnachten in Chemnitz 
von Marion

Wir wünschen allen Lesern dieses Blogs Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Am 20.12. sind wir nach Deutschland geflogen, um die Weihnachtstage in Chemnitz zu verbringen. Da wir noch einen Geschenkgutschein von Air Berlin hatten, haben wir für den Hinflug diesmal die Route Belfast - London Stansted - Leipzig gewählt (Air Berlin fliegt leider nicht von Dublin aus). Die Fahrt nach Belfast verlief problemlos, wir fuhren mit einem Bus vom Dubliner Busbahnhof zum Europa Bus Centre in Belfast (Fahrtdauer knapp drei Stunden) und von dort aus mit einem Shuttlebus zum George Best Belfast City Airport (das ist der kleinere der beiden Flughäfen in Belfast).

Auf dem wirklich sehr kleinen Flughafen haben wir zunächst etwas gegessen und anschließend unseren Koffer eingecheckt. Nach der Sicherheitskontrolle fanden wir uns in einem ebenfalls sehr kleinen Wartebereich mit insgesamt vier Ausgängen wieder. Den ganzen Tag über war es in Irland schon recht neblig gewesen, doch nun zog es sich richtig zu. Hinter allen Flügen, die in der nächsten Zeit starten sollten, tauchte auf der Anzeigetafel nach und nach ein "Verspätet" auf und dazu ein Hinweis "Nächste Information um 17:00". Aus dem "17:00" wurde ein "17:30", danach ein "18:00". Unser Flug sollte ursprünglich um 18:20 Uhr starten. Immer wieder kamen Durchsagen, dass einige Flüge abgesagt wurden und die Reisenden ihr Gepäck wieder abholen sollten. Je weiter die Zeit fortschritt, desto mehr zweifelten wir daran, dass wir heute noch in Deutschland eintreffen würden. Gegen 18 Uhr wechselte die Anzeige unseres Fluges plötzlich von "Verspätung" auf "Abflug 18:20 Uhr". Sollten wir tatsächlich als einzige pünktlich starten dürfen? Richtig geglaubt haben wir das erst, als wir tatsächlich zum Einsteigen aufgefordert wurden. Mit einer kleinen Verspätung von etwa 10 Minuten starteten wir dann nach London.

In Stansted war es den ganzen Tag auch recht neblig gewesen, wenn auch nicht so schlimm wie in Heathrow. Durch den Nebel hatte sich die Abfertigung der Flugzeuge verzögert und wir mussten vor dem Landen eine Warteschleife in der Luft drehen. Als wir endlich auf der Parkposition standen, hatten wir noch ganze 20 Minuten bis zum Start des zweiten Flugzeugs nach Leipzig. Zum Glück hatte man uns in Belfast zugesichert, dass man bei einer Verspätung in Stansted auf uns warten würde (wir waren auch nicht die einzigen mit dieser Verbindung) und die Bordkarten hatten wir auch schon. Trotzdem hetzten wir im Eiltempo durch den riesigen Flughafen. Nach einer Fahrt mit der Flughafenbahn kamen wir endlich am richtigen Gate an und wurden von einem Sicherheitsbeamten zu einer eigentlich schon abgesperrten Gangway geführt. Wir waren dann doch etwas erleichert, als wir im Flugzeug saßen ;-).

Mit leichter Verspätung kamen wir dann in Leipzig an. Die Erleichterung über den doch noch geglückten Flug wandelte sich beim Warten am Gepäckband dann in mäßige Frustration: Unser Koffer (mit einem Großteil der Weihnachtsgeschenke!) hatte es - wie das Gepäck aller Passagiere aus Belfast - leider nicht geschafft, er war in Stansted liegen geblieben. Beim Warten am Schalter, der die Verlustmeldungen aufnahm, erfuhren wir, dass so etwas bei knappen Umstiegen in Stansted häufiger vorkäme - diese Verbindung werden wir also nicht wieder nehmen! Unser Koffer wurde uns dann am Samstag nachmittag (23.12.), nachdem der halbe Urlaub schon um war, nach Chemnitz geliefert.

Die Weihnachtstage in Chemnitz waren sehr schön, nur leider viel zu kurz. Das Bummeln über den Weihnachtsmarkt und die stimmungsvolle Beleuchtung haben uns dann auch richtig in Weihnachtsstimmung gebracht, die in Dublin nicht so recht aufkommen wollte.

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Weihnachtsmärkte 
von Marion

Dass es hier in Dublin keinen großen zentralen Weihnachtsmarkt gibt, der die ganze Adventszeit über geöffnet hat, hatte ich ja schon einmal geschrieben. Die Reisebüros hier bieten sogar extra Touren zu deutschen Weihnachtsmärkten als besonderes Highlight an.

Zwei Dubliner Weihnachtsmärkte haben wir uns in den letzten Tagen noch angeschaut. Mitte der Woche war ich einmal auf dem "Christkindel Market" im Finanzzentrum, der als erster europäischer Weihnachtsmarkt in Dublin angepriesen wurde. Wie man auf dem Foto vielleicht erkennen kann, gibt es dort eine Reihe von Buden, die die verschiedensten Dinge von Kitsch bis zu erlesenem irischen Kunsthandwerk verkaufen. Es war nett, sich dort umzuschauen, auch wenn bei mir keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen wollte. Für das leibliche Wohl gab es unter anderem einen Weißbierstand und einen Stand, wo man gegrillte Roster im Hotdogbrötchen für 5 EUR erwerben konnte.

Heute waren wir nun auf dem Weihnachtsmarkt im nahegelegenen St. Anne's Park. Dieser entpuppte sich als Ansammlung von etwa 10 bis 15 kleinen Ständen, die Bio-Lebensmittel und Kunsthandwerk anboten. Karsten verglich die Größe des Marktes etwa mit dem in seinem Heimatdorf Dollerup ;-). In einer Ecke des Marktes sang ein kleiner Chor (leider ohne Verstärkung) Weihnachtslieder. Mir taten die Sänger ein wenig leid, da ihnen niemand zuhörte. Das Imbissangebot bestand aus einem einzigen Stand, der Crepes anbot - jedoch ausgesprochen kreative und leckere Kreationen zu einem vernünftigen Preis.

Eingangstor zum Dubliner Christkindel Market verschiedene Buden auf dem Christkindel Market

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Wieder in Dublin 
von Marion

Gestern konnte ich nun endlich Karsten vom Flughafen abholen, seine zwei Monate Amerika waren vorbei. Der Flug von San Francisco über London Heathrow verlief problemlos und er kam pünktlich samt Gepäck in Dublin an. Durch den Jetlag war er natürlich ein wenig mitgenommen, doch schon am nächsten Tag war der Zeitunterschied überwunden.

Heute nachmittag waren wir in der Innenstadt (die Geschäfte haben ja auch sonntags auf), um ein paar Weihnachtseinkäufe zu machen und Fotos vom weihnachtlichen Dublin zu schießen. In der Stadt war die Hölle los, die am Wochenende ohnehin schon immer sehr belebten Einkaufsstraßen und -zentren platzten aus allen Nähten. Überall musste man sich seinen Weg durch mit Tüten und Taschen beladene Menschenmassen bahnen. Mit der Zeit kann das ganz schön nervenaufreibend werden, doch wir haben letztendlich bekommen, was wir wollten (Geschenke und Fotos).

Zwei Fotos hänge ich an diesen Eintrag mit an, noch viel mehr findet man im 22. Fenster des Adventskalenders der TU Chemnitz, wo ich die Adventszeit in Dublin beschrieben habe.

Weihnachtsbaum am General Post Office in Dublin Menschenmassen beim Weihnachtseinkauf auf der geschmückten Grafton Street

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Stürmischer Advent 
von Marion

In Dublin herrscht eigentlich ständig Aprilwetter. Ein normaler Tag bietet ein bisschen Sonnenschein, viele Wolken und ein paar Stunden Regen - mal mehr, mal weniger stark. Natürlich gibt es auch Tage, an denen es nur Sonne oder nur Regen gibt, aber die sind eher selten. Und Perioden mit mehreren Tagen gleichen Wetters habe ich bisher kaum erlebt.

Die letzten drei Tage war das Wetter hier jedoch besonders hässlich. Samstag, Sonntag und Montag hat es in einem fort geregnet und dabei war es extrem stürmisch. Am Sonntag war es besonders schlimm, ich bin teilweise kaum vorwärts gekommen, als ich mich doch einmal hinausgewagt hatte, und war hinterher klitschnass (an die Benutzung eines Schirms ist bei diesem Wind nicht zu denken).

Eines der Opfer des Sturms war ein schöner großer Weihnachtsbaum, der letzte Woche auf einer Verkehrsinsel etwa 100 Meter von unserem Haus aufgestellt wurde. Als ich am Sonntag mittag dort vorbei kam, war der Baum durch den Sturm in der Mitte durchgebrochen worden, die obere Hälfte lag traurig auf dem Boden. Gestern wurde nun der ganze Baum abtransportiert.

Ansonsten ist es hier in den letzten Wochen immer weihnachtlicher geworden. Überall wurde geschmückt und beleuchtet, auch wenn für meinen Geschmack hier alles viel zu bunt und zu kitschig ist ;-). Was man teilweise in den Einkaufszentren zu sehen bekommt, ist wirklich nicht mehr schön ... Im Baum in unserer Einfahrt hängt übrigens eine blaue Lichterkette.

Eine Weihnachtsmarkt-Kultur wie in Deutschland gibt es hier nicht, also es gibt keinen zentralen Weihnachtsmarkt, der die ganze Adventszeit über geöffnet hat. Hier und da gibt es kleinere "christmas markets", die aber meist nur an einem Tag oder einem Wochenende sind. Am Sonntag wollte ich einen solchen hier in der Nähe besuchen, der wurde jedoch leider wegen des Wetters abgesagt. Für die zweite Dezemberhälfte ist im Finanzzentrum von Dublin ein Weihnachtsmarkt im europäischen Stil geplant ("Der erste überhaupt in Irland"), den werden wir uns sicher einmal anschauen. Dort sind auch "German BBQ" und "Gluhwein" angekündigt ;-).
Sobald Karsten wieder hier in Dublin ist, werden wir sicher auch mal ein paar Bilder vom weihnachtlichen Dublin liefern können.

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Weihnachtskonzert 
von Marion

Hurra, endlich wieder in einem Theater auf einer Bühne vor vielen Menschen stehen! Das habe ich doch sehr vermisst in den letzten Monaten ...

Heute war das Weihnachtskonzert des Goethe-Institut Choir in der National Concert Hall in Dublin. Für 16 Uhr war die Generalprobe geplant, das Konzert ging um 20 Uhr los. Das Programm bestand aus den Teilen 5 und 6 des Weihnachtsoratoriums von Bach, einem Teil der Orgelsymphonie von Saint-Saens, "O Magnum Mysterium" von Gabrieli und verschiedenen deutschen und englischen Weihnachtsliedern.

Da ich durch meinen Amerikaaufenthalt ein paar Proben verpasst hatte, war ich nicht optimal vorbereitet, bin aber einigermaßen mitgekommen. Eines der Weihnachtslieder hatte ich bis zur Generalprobe überhaupt noch nicht gesungen (und kannte es auch nicht), die meisten anderen Weihnachtslieder hatten wir ein oder zwei Mal durchgesungen. Von "Stille Nacht" haben wir übrigens eine Strophe in englisch, eine in irisch (gälisch) und eine in deutsch gesungen. Gälisch ist wirklich eine verrückte Sprache, es ist unmöglich, von der Schreibweise intuitiv auf die Aussprache zu schließen.

Die Generalprobe um 16 Uhr verdiente ihren Namen nicht. Es ging weder um 16 Uhr los, noch wurde das Programm vollständig und in der richtigen Reihenfolge geprobt ;-). Die meisten Sachen haben wir nur kurz angesungen; von dem Lied, das ich nicht kannte, haben wir genau eine Strophe gesungen. Naja, wenigstens etwas ;-). Die Reihenfolge des Programms habe ich auch erst nach der Probe in Erfahrung bringen können, um meine Noten zu ordnen. Mit ein bisschen Chaos und Unorganisiertheit muss man hier leben. Auf der anderen Seite ist die Atmosphäre immer sehr entspannt und freundlich. Unser Chorleiter und Dirigent John Dexter wird nie laut und ungeduldig, auch wenn etwas nicht klappt, was wir schon x mal geprobt hatten. Das ist wirklich sehr angenehm!

Die National Concert Hall ist ein schönes Theater mit über 1000 Sitzplätzen, das jedoch irgendwie kleiner wirkt als es ist. Die Bühne ist recht klein und (vermutlich) ohne Bühnentechnik, da das Haus wirklich fast ausschließlich für Konzerte genutzt wird. Oberhalb der Bühne steht eine wunderschöne große Orgel in grün und gold, die wir im Konzert auch genutzt haben.

Einige Dinge während des Konzertes waren für mich dann doch etwas ungewöhnlich. 10 Minuten vor Konzertbeginn gingen wir als Chor auf die Bühne und setzten uns auf unsere Plätze. Das Orchester kam direkt nach uns raus und stimmte die Instrumente. Da saßen wir nun und beobachteten die Zuschauer, die in den noch hell erleuchteten Zuschauerraum strömten - ein seltsames Gefühl. Die meisten kamen auch hier mit Jacken und Taschen, auch wenn es hier immerhin eine Garderobe gibt. Obwohl vorher geunkt wurde, dass das Konzert nicht pünktlich losgehen würde (in Irland wird wohl meist c.t. gerechnet), begannen wir Punkt 20 Uhr. Nach dem ersten Stück, dem Teil 5 des Weihnachtsoratoriums, gingen die Türen des Saals nochmal auf und ein ganzer Schwung Nachzügler huschte auf seine Plätze.

In der Pause haben wir hinter der Bühne noch einmal das Stück von Gabrieli geprobt. Das singt der Chor gemeinsam mit einem Blechbläser-Quartett, und da einer der Hornisten zur Generalprobe nicht da war, wurde es halt in der Pause einmal geprobt.

Die Solisten des Weihnachtsoratoriums waren sehr gut, besonders die Sopranistin hat mir gefallen, da mich ihre Stimme sehr an Jana Büchner erinnert hat. Ein bisschen gewundert habe ich mich, dass unser Chor tatsächlich nicht durch andere Sänger verstärkt wurde, d.h., unsere Handvoll Männer musste sich alleine durch die Übermacht der Sängerinnen durchsetzen. Aber es scheint funktioniert zu haben. Das Orchester des Abends war das "Hibernian Orchestra", ein semiprofessionelles Orchester, das hauptsächlich aus Musikstudenten und -lehrern besteht. Der Beifall am Ende des Konzert war sehr begeistert, aber nicht allzu lang. Aber das habe ich auch schon in anderen Theatern z.B. in Amerika erlebt: So langer Beifall wie in Deutschland ist anderswo eher unüblich.

Es war jedenfalls ein sehr schöner Abend und ich habe es genossen, wieder auf der Bühne zu stehen. Allerdings sind einige Dinge hier doch gewöhnungsbedürftig ;-).

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