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Weihnachtskonzert 
von Marion

Hurra, endlich wieder in einem Theater auf einer Bühne vor vielen Menschen stehen! Das habe ich doch sehr vermisst in den letzten Monaten ...

Heute war das Weihnachtskonzert des Goethe-Institut Choir in der National Concert Hall in Dublin. Für 16 Uhr war die Generalprobe geplant, das Konzert ging um 20 Uhr los. Das Programm bestand aus den Teilen 5 und 6 des Weihnachtsoratoriums von Bach, einem Teil der Orgelsymphonie von Saint-Saens, "O Magnum Mysterium" von Gabrieli und verschiedenen deutschen und englischen Weihnachtsliedern.

Da ich durch meinen Amerikaaufenthalt ein paar Proben verpasst hatte, war ich nicht optimal vorbereitet, bin aber einigermaßen mitgekommen. Eines der Weihnachtslieder hatte ich bis zur Generalprobe überhaupt noch nicht gesungen (und kannte es auch nicht), die meisten anderen Weihnachtslieder hatten wir ein oder zwei Mal durchgesungen. Von "Stille Nacht" haben wir übrigens eine Strophe in englisch, eine in irisch (gälisch) und eine in deutsch gesungen. Gälisch ist wirklich eine verrückte Sprache, es ist unmöglich, von der Schreibweise intuitiv auf die Aussprache zu schließen.

Die Generalprobe um 16 Uhr verdiente ihren Namen nicht. Es ging weder um 16 Uhr los, noch wurde das Programm vollständig und in der richtigen Reihenfolge geprobt ;-). Die meisten Sachen haben wir nur kurz angesungen; von dem Lied, das ich nicht kannte, haben wir genau eine Strophe gesungen. Naja, wenigstens etwas ;-). Die Reihenfolge des Programms habe ich auch erst nach der Probe in Erfahrung bringen können, um meine Noten zu ordnen. Mit ein bisschen Chaos und Unorganisiertheit muss man hier leben. Auf der anderen Seite ist die Atmosphäre immer sehr entspannt und freundlich. Unser Chorleiter und Dirigent John Dexter wird nie laut und ungeduldig, auch wenn etwas nicht klappt, was wir schon x mal geprobt hatten. Das ist wirklich sehr angenehm!

Die National Concert Hall ist ein schönes Theater mit über 1000 Sitzplätzen, das jedoch irgendwie kleiner wirkt als es ist. Die Bühne ist recht klein und (vermutlich) ohne Bühnentechnik, da das Haus wirklich fast ausschließlich für Konzerte genutzt wird. Oberhalb der Bühne steht eine wunderschöne große Orgel in grün und gold, die wir im Konzert auch genutzt haben.

Einige Dinge während des Konzertes waren für mich dann doch etwas ungewöhnlich. 10 Minuten vor Konzertbeginn gingen wir als Chor auf die Bühne und setzten uns auf unsere Plätze. Das Orchester kam direkt nach uns raus und stimmte die Instrumente. Da saßen wir nun und beobachteten die Zuschauer, die in den noch hell erleuchteten Zuschauerraum strömten - ein seltsames Gefühl. Die meisten kamen auch hier mit Jacken und Taschen, auch wenn es hier immerhin eine Garderobe gibt. Obwohl vorher geunkt wurde, dass das Konzert nicht pünktlich losgehen würde (in Irland wird wohl meist c.t. gerechnet), begannen wir Punkt 20 Uhr. Nach dem ersten Stück, dem Teil 5 des Weihnachtsoratoriums, gingen die Türen des Saals nochmal auf und ein ganzer Schwung Nachzügler huschte auf seine Plätze.

In der Pause haben wir hinter der Bühne noch einmal das Stück von Gabrieli geprobt. Das singt der Chor gemeinsam mit einem Blechbläser-Quartett, und da einer der Hornisten zur Generalprobe nicht da war, wurde es halt in der Pause einmal geprobt.

Die Solisten des Weihnachtsoratoriums waren sehr gut, besonders die Sopranistin hat mir gefallen, da mich ihre Stimme sehr an Jana Büchner erinnert hat. Ein bisschen gewundert habe ich mich, dass unser Chor tatsächlich nicht durch andere Sänger verstärkt wurde, d.h., unsere Handvoll Männer musste sich alleine durch die Übermacht der Sängerinnen durchsetzen. Aber es scheint funktioniert zu haben. Das Orchester des Abends war das "Hibernian Orchestra", ein semiprofessionelles Orchester, das hauptsächlich aus Musikstudenten und -lehrern besteht. Der Beifall am Ende des Konzert war sehr begeistert, aber nicht allzu lang. Aber das habe ich auch schon in anderen Theatern z.B. in Amerika erlebt: So langer Beifall wie in Deutschland ist anderswo eher unüblich.

Es war jedenfalls ein sehr schöner Abend und ich habe es genossen, wieder auf der Bühne zu stehen. Allerdings sind einige Dinge hier doch gewöhnungsbedürftig ;-).

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Unser Internet-Anschluss 
von Marion

Es ist kaum zu glauben, aber seit letzten Donnerstag haben wir tatsächlich einen funktionierenden Breitband-Internetanschluss zu Hause. Das hat ja auch nur mehr als zwei Monate gedauert ...

Zugegebenerweise kamen bei uns ein paar unglückliche Faktoren zusammen. Normalerweise zahlt Google den Internet-Anschluss für seine Ingenieure, damit diese auch bei Bedarf von zu Hause aus arbeiten können. In unserem Fall wohnen nun gleich zwei Google-Ingenieure in einem Haus. Also haben Euan und Karsten versucht zu erreichen, dass Google gleich ein Paket-Angebot (Internet + Telefon) zahlt, dass sich beide ja dann teilen würde. Das war jedoch eine völlig neue Anfrage, die erst einmal eine Weile "bearbeitet" wurde.

Nach längerer Zeit hatten wir dann endlich das ok und Euan hat einen Internet-Anschluss bestellt. Dazu musste er sich erst mit der Firma, die die Leitung zur Verfügung stellt (das irische Pendant zur Telekom), herumärgern und anschließend noch mit der Firma, bei der wir das Telefon+Internet-Paket in Auftrag geben wollten. Sage und schreibe einen Monat später, gerade an dem Tag, als ich aus Amerika wiedergekommen war, kam unser DSL-Router an. Begeistert haben wir ihn sofort angeschlossen und freuten uns, endlich Internet zu haben - Pustekuchen. Um den Zugang endgültig einrichten zu können, brauchte man einen Nutzernamen und ein Passwort. Das hatte Euan bei der Bestellung mit angegeben, aber offensichtlich stimmte es nicht.

Am nächsten Tag habe ich versucht, den technischen Support der Firma zu erreichen. Nach mehreren Anläufen und endlosen Wartezeiten in der Warteschleife erreichte ich jemanden und konnte unseren Nutzernamen in Erfahrung bringen - der ganz anders lautet als von Euan beauftragt. Doch unser Passwort erfuhr ich nicht und durfte es auch nicht ändern lassen. Das konnte nur der Inhaber des Account machen, also Euan.

Dummerweise flog Euan aber nun gerade in dieser Nacht für knapp 2 Wochen nach Kalifornien. Für die nächsten zwei Wochen mussten Zuzana und ich daher mit der frustrierenden Situation leben, einen prinzipiell funktionstüchtigen Internet-Anschluss zu haben, diesen jedoch nicht nutzen zu können. Vielleicht meint jetzt jemand, Internetzugang sei ja nicht lebenswichtig, doch für die Jobsuche ist er zum Beispiel unbedingt notwendig.
Euan versuchte von Amerika aus zwar mehrfach, die Service-Hotline zu erreichen, war (u.a. wegen der Zeitverschiebung) jedoch erfolglos. Letzten Donnerstag kam Euan dann zurück und erreichte endlich jemanden vom Support. Seitdem haben wir endlich einen funktionierenden Internet-Anschluss - Halleluja! Unser Funknetz im Haus haben wir übrigens "finally" (dt: "endlich") getauft ;-).

Wir sind daher jetzt übrigens auch per Skype erreichbar - wer also mit uns telefonieren möchte, kann das über das Internet und Skype tun. Ein richtiges Festnetz-Telefon haben wir leider immer noch nicht. Die Firma teilte bei der Lieferung des DSL-Routers mit, dass das noch etwa 10 Tage dauern würde. Das ist jetzt schon wieder drei Wochen her ...

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Im Casino 
von Marion

Wer jetzt denkt, ich würde in Karstens Abwesenheit dem Glücksspiel verfallen, liegt falsch ;-). Das "Casino" ist ein witziges Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, das in der Nähe unserer Wohngegend liegt. Zuzana und ich haben uns heute gemeinsam aufgemacht, um es zu besichtigen.

"Casino" bedeutet "kleines Haus" und es sieht von außen wirklich ziemlich klein aus, wie eine Art Gartenpavillon. Man glaubt es kaum, dass es im Inneren insgesamt 16 Räume auf drei Etagen gibt. Beim gesamten Gebäude wurde höchsten Wert auf Struktur und Symmetrie gelegt - allerdings ist vieles davon mehr Schein als Sein. Die großen Fenster, deren Fensterscheiben nach außen gebogen sind, damit man nicht so gut hineinsehen kann, verbergen zum Teil Treppenhäuser und Wände.
Innendrin ist alles sehr verwinkelt, es gibt faszinierende Decken und Fußböden und interessante optische Effekte. Die Räume des obersten Stockwerks befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus, d.h., man ist ständig am Treppensteigen.

Besichtigen kann man das Casino im Rahmen einer interessanten einstündigen Führung. Jetzt im Winter ist natürlich nicht viel los und unsere Führung bestand aus insgesamt 6 Personen. Für die oberen beiden Stockwerke muss man übrigens die Schuhe ausziehen und in witzige Einmal-Pantoffeln schlüpfen, damit die Holzfußböden nicht beschädigt werden.

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Unsere Heizung 
von Marion

Man glaubt es kaum, dass unsere Heizung einen eigenen Blogeintrag wert sein soll, aber sie ist ein schönes Beispiel dafür, welche Kuriositäten der irische Alltag so zu bieten hat.

Aus Deutschland sind wir es gewöhnt, an jedem Heizkörper die Temperatur mit Hilfe eines Thermostats regulieren zu können. So einfach ist es hier bei weitem nicht.

Zunächst einmal gibt es in unserer Küche einen unscheinbaren Schalter mit Zeitschaltuhr. Dieser Schalter hat drei Einstellungen: Aus, Automatik und An. Steht er auf Aus, wird im ganzen Haus überhaupt nicht geheizt, egal was an den Heizkörpern sonst für Einstellungen vorgenommen werden. Auch das Wasser im Boiler (so etwas wie Durchlauferhitzer sind hier scheinbar unbekannt) bleibt dann kalt. Steht der Schalter auf Automatik, ist die Heizung in Abhängigkeit von den Einstellungen der Zeitschaltuhr an oder aus. Naja, und An heißt einfach an :-).

Ist die Heizung an, wird auf jeden Fall erstmal das Wasser gewärmt. Ob die Räume im Haus auch geheizt werden, hängt von zwei weiteren Faktoren ab: Auf beiden Etagen im Haus gibt es je ein Thermostat, wo man eine Temperatur für die jeweilige Etage einstellen kann. Wird diese dort unterschritten, wird in der entsprechenden Etage geheizt. Man kann also separat für unten und oben entscheiden, ob geheizt werden soll. Die einzelnen Heizkörper in den Zimmern kann man nun aber auch noch auf- und zudrehen (dabei gibt es aber nur auf oder zu, keine Mittelstellung oder so was). Man muss also eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigen, wenn man sich fragt, warum es in einem Zimmer nun gerade zu kalt oder zu warm ist. Und manchmal scheint da auch noch ein stochastisches Element mit hineinzuspielen, denn in Einzelfällen ist es mir schon passiert, dass das Verhalten eines Heizkörpers nicht zu den Heizungseinstellungen passte ... Aber im Normalfall passt es ;-).

Und dann haben wir natürlich noch den (Gas-)Kamin im Wohnzimmer, der zum Glück von der restlichen Heizungsanlage abgekoppelt ist. Der verbreitet in Windeseile eine wohlige Wärme und kuschlige Stimmung, an die man sich schnell gewöhnen kann ;-).

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Der erste Besuch 
von Marion

Diese Woche wurde unser Gästezimmer eingeweiht: Unsere Freunde Kathrin und Sven aus Berlin und ihr kleiner Sohn Julius (6 Monate) waren als erste hier zu Besuch. Am Donnerstag habe ich sie vom Flughafen abgeholt und wir haben ein paar schöne Tage zusammen verbracht. Am Donnerstag und Samstag haben wir gemeinsam die Stadt besichtigt. Am Freitag waren wir in Howth und haben einen langen Spaziergang gemacht. Heute morgen ganz zeitig sind sie wieder zurück nach Berlin geflogen.

Im Moment bin ich ganz alleine in Dublin (Euan und Zuzana sind auch nicht da) und fühle mich ein wenig einsam. Ich freue mich über jede Nachricht von zu Hause!

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